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Uns' Oscar

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Warum haben wir eigentlich alle so schadenfroh gefeixt, als Topfavorit Usain Bolt über die 100 Meter nach einem Fehlstart ausschied? Was haben wir gegen den (zu) schnellen Jamaikaner? Und warum fiebern wir mit dem Südafrikaner Oscar Pistorius, obwohl der gerade als Achter im Halbfinale der Konkurrenz chancenlos hinterherläuft? Warum wollen wir, dass er gewinnt, nur weil er Prothesen trägt, die ihm möglicherweise sogar helfen könnten – endgültig geklärt ist das ja noch nicht.

Die Antwort liegt im so genannten Underdog-Effekt. Demnach suchen wir uns immer diejenigen als Lieblinge aus, die uns in ihrem Nicht-perfekt-sein, ihrem Nie-eine-Chance-haben am ehesten ähneln. Außerdem können uns jene Außenseiter am wenigsten enttäuschen und gleichzeitig am meisten überraschen. Eine Studie in den USA wies einmal nach, dass wir nach einer unerwarteten Niederlage unseres Favoritenidols an – auch sexuellem – Selbstbewusstsein einbüßen. Diesem Risiko setzen wir uns nur ungern aus.

Hingegen der ungekehrte Effekt bei einem überraschenden Erfolg des Underdogs. Man stelle sich nur den Babyboom vor, wenn Pistorius Gold gewonnen hätte. Es hat leider nicht sollen sein.

Oliver Händler

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