Deutsche G36-Sturmgewehre illegal in Libyen

Monatelanger Verdacht erhärtet – ermittelnde Staatsanwaltschaft gibt sich dennoch total ahnungslos

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

In Libyen wurde und wird mit G36-Sturmgewehren aus Deutschland getötet. Entgegen allen Beteuerungen scheint klar: Die Kriegswaffen, deren Export nach Libyen illegal ist, sind bei Heckler & Koch in Oberndorf (Baden-Württemberg) hergestellt worden.

Seit März berichtete ND wie auch andere Medien mehrfach darüber, dass Gaddafi-Treue wie Rebellen mit deutschen Sturmgewehren des Typs G36, der Standardwaffe der Bundeswehr, ausgerüstet sind. TV-Sequenzen und Fotos belegen das. Doch die Herstellerfirma Heckler & Koch bestritt bereits Anfang März die von »selbst ernannten Experten« aufgestellten Behauptungen über Lieferungen nach Libyen. Die Firma, gegen die die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittelt, weil G36 von der mexikanischen Polizei illegal auch in Aufstandsregionen verwendet werden, betonte, man halte sich »an Recht und Gesetz der Bundesrepublik«. Auch die Frage, wie G36 nach Georgien gelangten, beantwortete die baden-württembergische Waffenfirma nicht.

Nun berichten jedoch Augenzeugen, dass den Rebellen beim Vorrücken auf Gaddafis Hauptquartier in der vergangenen Woche G36 in großer Anzahl in die Hände gefallen sind. Die Waffen sind in Deutschland produziert worden. D...


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