Netze knüpfen für sächsische Näher

Verein INNtex macht sächsische Textilunternehmen seit zehn Jahren zukunftsfest

  • Von Hendrik Lasch, Lengenfeld
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Sachsens Textilindustrie erlebte ab 1990 einen Umbruch. Heute sind viele Unternehmen mit technischen Textilien im Geschäft – auch ein Erfolg des Vereins INNtex, der jetzt zehn Jahre alt wird.

Gardinen für Kläranlagen? Die sächsische Textilindustrie musste in den 1990er Jahren einen Umbruch bewältigen und neue Geschäftsfelder finden. Das Textilunternehmen Helfatex hat sich dabei vom Verein INNtex beraten lassen. Heute sagt Geschäftsführer Helmer Ehrlich: »Für kleine Unternehmen war der Blick auf neue Technologien überlebenswichtig.«

Die Nähmaschinen rattern ohne Unterlass durch weißen, gekräuselten Stoff. »Hier entstehen Vorhänge«, sagt Helmer Ehrlich, Chef des Textilunternehmens Helfatex. Die langen Bahnen hängen jedoch nie vor Fenstern: »Sie werden in Kläranlagen eingesetzt.« Auf ihnen siedeln sich Bakterien an, mit deren Hilfe Abwasser deutlich schneller gereinigt werden kann.

Derlei Textilien für technische Anwendungen sind bei Helfatex, einem im sächsischen Lengenfeld ansässigen Unternehmen, nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Die 13 Mitarbeiter fertigen auch Fädelhilfen für Kabelbäume, die in Pkw montiert werden; sie nähen Bürsten für Autowaschanlagen, Sitzbezüge von Luxuslimousinen oder Heizmatten, auf denen Lkw-Fahrer schlafen können, ohne dass die Standheizung laufen muss. Früher habe man auch Vorhänge für Wohnungen genäht, sagt Ehrlich: »Aber mit Heimtextilien ist nicht viel zu holen.« Dagegen befinde sich das Segment der technischen Textilien »klar au...


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