Mit Lust ein »Trotzdem« machen

In der Galiläakirche wird die Literaten- und Künstlerszene Ostberlins 1979-1989 dokumentiert

  • Von Klaus Hammer
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Jörg Herold, »Poesie des Untergrunds«, Holzschnitt, 1989

In Ost-Berlins Stadtteil Prenzlauer Berg – aber nicht nur dort, sondern auch in Leipzig, in der Dresdner Neustadt und anderswo in der DDR – hatte sich in den 1980er Jahren ein alternatives Künstlerbiotop herausgebildet, das vielen der Außenseiter zur Heimat wurde. Sie kamen von überall her, aus der ganzen DDR, suchten hier eine leer stehende Wohnung (der »Prenzlberg« war kein Vorzeigeobjekt, hier war alles dem Verfall preisgegeben), Hinterhaus, Seitenflügel, Außen-WC, versteht sich, und in den Wohnungen fanden Lesungen, Ausstellungen, Konzerte statt.

Man glaubte, ganz unter sich zu sein – und die Stasi war doch immer dabei. Aber der rege Austausch zwischen Malern, Musikern und Autoren, Theaterleuten und Filmemachern ließ doch eine einzigartige Symbiose zwischen den Künsten entstehen. Die Zusammenarbeit ergab ganz eigene Medien, selbst verlegte Zeitschriften (»Mikado«, »Schaden«, »Poe-sie-all-bum«) und Künstler-Editionen, Produzenten...


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