Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Die Wüste wird zum Militärbasar

Nordafrikanische Sicherheitskonferenz zu Waffen in und aus Libyen

  • Von Heinz Krieger, Madrid
  • Lesedauer: 2 Min.
Ab diesem Mittwoch treffen sich auf algerische Einladung die an Libyen grenzenden Staaten der Sahara zu einem Sicherheitsgipfel. Es geht darum, den Zufluss von Waffen aus Libyen einzudämmen, die den Al-Qaida-Ableger im Maghreb stärken könnten.

In Libyen gibt es derzeit Engpässe in der Versorgung mit Lebensmitteln, frischem Obst und Gemüse, Strom, Wasser und Benzin. Nur eines gibt es in Hülle und Fülle: Waffen und Munition. Sie sind nicht nur in Händen der Aufständischen, die inzwischen fast das ganze Land kontrollieren.

»Das Rennen um diese Waffen ist eröffnet«, sagte der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im US-Repräsentantenhaus, Mike Rogers, im Sender CNN. Er befürchte, dass Al Qaida und weitere Terroristen versuchten, an Raketen und andere Waffen, darunter auch chemische Kampfstoffe, im libyschen Chaos nach Gaddafis Sturz zu kommen.

Dieselbe Sorge hat der algerische Minister für den Maghreb (Nordafrika), Abdelkader Messahel. Die Zunahme von Waffen und die Flucht von Menschen aus Libyen schaffen eine »neue Situation« für die Region, erklärte der Politiker und berief für Mittwoch und Donnerstag eine außerordentliche Sicherheitskonferenz nach Algier ein. Teilnehmen werden Vertreter der fünf ständigen Mitgliedsstaaten des UN-Sicherheitsrates, Beobachter der EU und Vertreter der neben Algerien an Libyen grenzenden und direkt betroffenen Staaten Mali, Mauretanien und Niger sowie 38 in der Region als Entwicklungshelfer und Berater tätige Organisationen. Tunesien, das ebenfalls an Libyen grenzt, ist nicht dabei, da es noch reichlich eigene Probleme nach seinem Umsturz hat.

Auch der UN-Sonderberater Ian Martin hat die massenhafte Verbreitung von Waffen in Libyen als eines der dringendsten Probleme nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Muammar al-Gaddafi bezeichnet. Auch für die Nachbarstaaten sei dies dringend, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Algerien hat eine rund tausend Kilometer lange Grenze mit Libyen. Seinem Land komme deshalb eine »zentrale Rolle« im Kampf gegen den Terror zu, sagte der algerische Maghreb-Minister. »Wir sind ein Land, das in einer Region liegt, wo es eine wirkliche Bedrohung gibt«, erklärte Messahel Algeriens Partner seien an dessen Erfahrungen beim Antiterrorkampf interessiert. »Sie wollen daran teilhaben und finden in unserem Land einen ernsthaften Partner in diesem Kampf.« Die von den Sahel-Staaten angewandte Strategie, erarbeitet mit Algerien, sei »effizient, sie hat dazu geführt, dass die Terroristengruppen der Al Qaida des islamischen Maghreb es schwer haben, sich in der Region zu positionieren.«

Die Kapazität der Länder der Sahelzone habe sich aufgrund der regionalen Zusammenarbeit verbessert, allerdings sei es »sehr schwierig« gewesen, zu dieser Kooperation zu kommen, sagte der Minister weiter.

Algerien geht es darum, sowohl die Flucht von Gaddafi-Getreuen als auch den Zustrom radikaler Islamisten aus Libyen zu verhindern.

ND-Karte: Wolfgang Wegener

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln