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Assange lehnt Grabstein ab

Wikileaks-Mitbegründer Julian Assange verteidigte seine Enthüllungsplattform auf der IFA-Medienwoche

  • Von Christoph Nitz
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Als Julian Assange auf den Monitoren wegen eines Stromausfalls in seinem Landhaus kurzzeitig im Dunkel verschwand, wirkte das wie ein Zeichen. Der Wikileaks-Mitbegründer war im Berliner ICC, dem Ort der Internationalen Funkausstellung, live zugeschaltet. Die unbearbeitete Veröffentlichung von mehr als 250 000 Depeschen aus US-Botschaften sorgt derzeit für hohe Wellen, die über der Enthüllungsplattform zusammenschlagen. Mehr als 100 Informanten in den USA seien nun gefährdet, heißt es. Julian Assange wies gestern jede Schuld von sich. Selbstbewusst wie immer, und doch fahrig und angeschlagen.

»Top Keynotes« sind die werbewirksam präsentierten Höhepunkte auf Kongressen. Für einen dieser »Keynotes« war Julian Assange zum Kurzvortrag gewonnen worden – zur »Zukunft der digitalen Öffentlichkeit«. Doch zwischen Drucklegung des Programms der IFA-Medienwoche, dem zweitägigen Medienkongress innerhalb der Internationalen Funkausstellung, und der Live-Schaltung nach England platzte die sogenannte Datenpanne der Enthüllungsplattform. Das englische Wort »leaks« bezeichnet ein Loch. Und mit einem solchen hat es nun wohl die Organisation selbst zu tun. Assange selbst spricht lieber von Gegenreaktionen der Mächtigen, die Wikileaks seit knapp fünf Jahren weltweit piesackt, durch Enthüllungen ihrer Geheimnisse. Das Jahr 2010 nennt der Plattformgründer das gleichzeitig »beste und schlechteste Jahr für Wikileaks«.

2011 könnte dieses nun im schlechten Sinne übertreffen. Julian Assange blättert nervös in Papieren. Der Kurzvortrag sowie das fo...


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