Konsens für die Kreativen

Die Kulturszene in Berlin verschlingt viel Geld, wirkt aber integrierend und ist Standortfaktor der Zukunft

Berlin zählt zu den interessantesten Kulturmetropolen Europas, ja der Welt. Die Hauptstadt birgt eine einzigartige Mischung aus Hochkultur und sichtbarer Geschichte, aber auch eine pulsierende Untergrundszene, eine weltbekannte Clublandschaft sowie eine stetig wachsende Kreativ- und Musikwirtschaft. Dieses Amalgam beruht zu großen Teilen auf einer vereinigungsbedingten Sonderstellung Berlins: Billige Mieten und kreativ nutzbare Freiräume boten und bieten Produktionsmöglichkeiten, die Kreative aus der ganzen Welt an die Spree lockten. Langsam aber sicher jedoch werden jene Ausnahmebedingungen durch Sanierung, Verkauf oder Verdrängung beseitigt. Der Ruf nach Verzahnung von Kultur und Stadtplanung wird laut.

Bei der Einordnung des Stellenwertes der Berliner Kultur herrscht wie bei kaum einem anderen Schlagwort im Wahlkampf zunächst Konsens: Die Bedeutung der Museen, Theater, Opernhäuser, der Atelier- und der freien Künstlerszene sowie der sogenannten Kreativwirtschaft und Popkultur für die Stadt könne nicht hoch genug eingeschätzt werden, heißt es in den Programmen von Links bis Rechts. Die untergeordnete Rolle des Themas im Wahlkampf lässt sich mit eben jenem Konsens erklären.

Das war längst nicht immer so: Kultur ist teuer und unterlag lange dem Verdacht, unprofitables, bürgerliches Luxusgut zu sein. Diese antiquierte Sichtweise wurde in Berlin mittlerweile überwunden. So gilt der Kreativbereich in der Hauptstadt heute als der mit dem größten Potenzial, Touristen und damit Geld zu locken – fünf von sieben angegebenen Gründen für einen Berlinbesuch beziehen sich auf die pulsierende Kulturszene der Stadt. Auch hofft die Politik, dass...

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