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Vergehen

Dresden, Leonhardi-Museum: Micha Ullman

  • Von Marion Pietrzok
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die vielleicht einzige Möglichkeit, die unsagbaren, unvorstellbaren Schrecken des Holocaust in die Ebene von Erfahrung zu bringen, ist die bildende Kunst. Das Unbegreifliche bekommt eine Materialität, das Auseinandersetzung ermöglicht.

Sand, die feinsten Partikel unserer Erde, Sand verweht, es genügt ein Lufthauch, und alles ist fortgeblasen, als sei es niemals existent gewesen. Hier ist es rötlicher Sand, kaum konsistenter als Asche, auf papierweißen Boden. Er hat auf einer matt schimmernden Fläche, extra eingezogen überm Parkett des großen, hellen Ausstellungsraums im oberen Stockwerk des Leonhardi-Museums in Dresden, 100 Quadratmeter groß, die linealzug-scharfen Konturen unzähliger kreuz und quer liegenden Rechtecke markiert. Zwischen ihnen bildet er hin und wieder Linien, die die Seitenansicht aufgeschlagener Bücher wiedergeben. Die Rechtecke sind also weiß, sind Leere, eingefasst vom mal stärker und damit farblich intensiver, m...


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