Er wusste nicht mehr, was er tat

Ein 58-Jähriger ist beschuldigt, seine Wohnung in Brand gesetzt zu haben – Anklage lautet auf Vollrausch

Peter Kirschey aus Berliner Gerichtssälen.

Fred T. hat versucht, seine schlafende Frau, seinen erwachsenen Sohn und wohl auch sich selbst zu töten. Er zündete einen Strohkorb auf dem Wohnzimmertisch an, stellte Herdplatten und Bratröhre auf die höchste Stufe und sah zu, wie die Flammen sich ausbreiteten.

Doch deshalb ist er nicht angeklagt. Bevor er die kleine Zweizimmerwohnung in Brand setzte, trank er zwei Flaschen Apfelkorn zu je 0,7 Liter. Das benebelte seine Sinne total. Somit ist der 58-jährige Frührentner Fred des Vollrausches angeklagt und nicht des versuchten Mordes in Verbindung mit schwerer Brandstiftung. Er war, wie es in der Anklageschrift heißt, infolge des Rausches schuldunfähig. Gestern begann der Prozess.

Die Tat geschah am 5. März zu nächtlicher Stunde in einem mehrgeschossigen Haus in der Alt-Hellersdorfer Straße. Irgendwann nach Mitternacht wurde Ehefrau Eva-Maria von beißendem Qualm geweckt. Auch Sohn Mike schlief in dieser Nacht bei den Eltern in einem Schaf...


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