Stefan Otto 24.09.2011 / Wochennd

Die Pioniere der Burg Rahnsdorf

Eine Handvoll junger Aktivisten errichtet in einem Altbau am Berliner Stadtrand ein Hausprojekt

Die Hausbesetzerzeit in Berlin ist längst vorbei und alternative Wohnprojekte schwinden in der Stadt – zwei Männer und drei Frauen wollen dennoch nicht auf das alternative Leben verzichten und haben zusammen mit dem Mietshäusersyndikat ein Haus unweit des Müggelsees gekauft. Ein Ortsbesuch.

Kein Vermieter regt sich auf, wenn sie auf dem Dach herumlungern. Die fünf Neuankömmlinge in Rahnsdorf auf dem Anbau ihres Hauses. Irgendwann wollen sie dort eine Terrasse errichten. Aber vorerst haben sie in dem Altbau dringendere Arbeiten zu erledigen. Im April bekamen sie die Schlüssel für das Haus und zogen sogleich ein. Seitdem leben sie auf einer Baustelle.

Die Tür steht sperrangelweit offen. Jenny meldet sich auf mein Rufen. Sie ist alleine zu Hause und räumt gerade auf. Vor zwei Wochen ist sie mit ihrer Habe hier eingezogen, obwohl das Haus noch eine Baustelle ist. Auf der Fensterbank stehen zwei Blumentöpfe. Als wollte Jenny damit ein erstes Zeichen setzen und frischen Wind in das Haus hereinbringen, das in den letzten Jahren ein Altenheim war. »Die anderen bringen gerade die Baumaschinen weg«, erklärt sie und unterbricht ihre Arbeit, um einen Kaffee aufzusetzen. Die Einbauküche platzt aus allen Nähten. Sie ist allenfalls für eine Kleinfamilie ausgelegt, doch derzeit nutzen sie fünf Erwachsene, zwei Kinder und der Besuch. Um den Tisch stehen Plastikgartenstühle. Jenny erzählt, dass sie aus Leipzig zurück nach Berlin gekommen ist. Noch fühlt sie sich fremd in der Stadtrandsiedlung im Südwesten Berlins, in der die Gärten akkurat und die Bewohner distanziert sind. In einer solchen Nachbarschaft kommt sie sich ein bisschen wie eine Exotin vor, die mit ihrem vierjährigen Kind in einer großen Wohngemeinschaft leben will.

Warum endet dieser Text denn jetzt schon? Mittendrin? Ich möchte den Artikel gerne weiterlesen!

Um den ganzen Artikel zu lesen, benötigen Sie ein entsprechendes Abo. Wenn Sie schon eins haben, loggen Sie sich einfach ein. Wenn nicht, probieren Sie doch mal unser Digital-Mini-Abo: