Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Polizei löst Sitzblockade auf

150 Rechte marschieren durch Neuruppin Nazigegner von der Straße getragen

Neuruppin (dpa/ND). Das Bündnis »Neuruppin bleibt bunt« hat am Samstag mit mehreren hundert Menschen gegen einen Neonazi-Aufzug in der Stadt (Ostprignitz-Ruppin) demonstriert. Wie schon im vergangenen Juli versuchten sie mit Sitzblockaden zu verhindern, dass etwa 150 Rechtsextremisten durch die Stadt zogen. Die Polizei schritt jedoch ein und räumte die Strecke der angemeldeten Rechten-Demonstration. Bündnis-Anhänger, die trotz Aufforderung die Sitzblockade nicht beendeten, wurden von Beamten weggetragen. Im Sommer war der Aufmarsch von rund 170 Rechtsextremisten nach einer Blockade vorzeitig beendet worden.

Die brandenburgische Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Kirsten Tackmann, nannte das Einschreiten der Ordnungshüter gegen die Bündnis-Anhänger einen »ungeheuerlichen Vorgang. Axel Vogel, Fraktionschef der Grünen im brandenburgischen Landtag, will die Aktion im Innenausschuss thematisieren. »Die Polizei hat den Nazis den Weg freigeräumt«, kritisierte er.

Der rechtspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im brandenburgischen Landtag, Danny Eichelbaum, verteidigte den Einsatz am Sonntag: »Die Polizei hat die Verpflichtung, die Ausübung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit möglichst von Störungen und Ausschreitungen Dritter zu schützen.«

Nach Angaben der Polizei wurden die Personalien von mehr als 100 Menschen festgestellt. Gegen elf Teilnehmer der Proteste sei ein Platzverweis ausgesprochen worden. Ausschreitungen gab es nach Polizeiangaben bei den Demonstrationen nicht. Ein Angehöriger der rechten Szene wurde jedoch festgenommen. Er soll sich in Kürze im beschleunigten Verfahren wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten müssen.

Zusätzliche Arbeit bereiteten den Beamten etwa 20 betrunkene Fußballfans des FFC Victoria 91, die per Bahn zum Fußballspiel nach Neuruppin reisten. Wegen Sachbeschädigungen im Zug wurden sie am Neuruppiner Bahnhof von Bundespolizisten in Empfang genommen. Später sorgten noch mutmaßliche Neonazis bei der Abreise aus der Stadt für einen Polizeieinsatz, weil sie im Zug nach Wittenberge einen Böller gezündet haben sollen.

Eine für Samstag in Frankfurt (Oder) geplante Versammlung von Neonazis war im Vorfeld verboten worden. Zu einer angemeldeten Gegendemonstration erschienen am Vormittag laut Polizei etwa 50 Menschen. Es sei zu keinerlei Störungen gekommen, sagte ein Sprecher. Die Behörde hatte angekündigt, am Wochenende in der Oderstadt besonders wachsam zu sein, weil nicht abzuschätzen war, ob das Verbot der Veranstaltung auch im Ausland angekommen ist. Es waren 400 Rechte aus mehreren europäischen Ländern für die Versammlung angemeldet worden.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln