Bolivianische Indigene im Streit

Nach gewaltsamer Auflösung eines Protestmarsches setzt Regierung Morales auf Referendum

  • Von Benjamin Beutler
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Am Wochenende erreichte der Konflikt um den Bau einer Straße durch das »Indigene Territorium Nationalpark Isiboro Sécure« (TIPNIS) einen neuen Höhepunkt: Rund 500 Polizisten lösten den »8. Großen Indigenen Marsch für die Verteidigung des TIPNIS« gewaltsam auf.

Seit über einem Monat bestimmt der Protestmarsch von Tiefland-Indigenen gegen den Bau einer Straße durch ihr Territorium die Schlagzeilen in Bolivien. Am 15. August hatten die Ureinwohner ihren Marsch von Trinidad im Zentrum Boliviens zum Regierungssitz La Paz – 600 Kilometer entfernt – begonnen. Anlass ihres Protests ist der von der Regierung geplante Bau einer gut 300 Kilometer langen Nord-Süd-Schnellstraße von Villa Tunari nach San Ingnacio de Moxos, durch die Boliviens Anbindung ans benachbarte Brasilien verbessert werden soll. Die Straße soll auch durch den Nationalpark Isiboro Sécure führen, in dem etwa 50 000 Moxenos-, Yurakarés- und Chimanes-Indigene leben. Sie fürchten die Verdrängung ihrer Gemeinden durch Abholzung und illegale Besiedlung im Gefolge des Straßenbaus.

Am Sonntag drangen Polizeikräfte überraschend mit Tränengas und Schlagstöcken in ein Zeltlager der Protestierenden bei Yucumo ein und räumten es. Reporter beri...


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