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Erfolg nur im Team

Turn-Bundestrainer Andreas Hirsch über die Aussichten bei den WM in Tokio

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Bereits seit über einer Woche feilen die deutschen Turner mit Männer-Bundestrainer ANDREAS HIRSCH im National Training Center in Tokio am letzten Feinschliff für die WM. Vor dem Start der Titelkämpfe am Freitag sprach der 53-jährige Berliner, früher selbst für die DDR-Nationalmannschaft aktiv und von 1996 bis 2002 Nachwuchs-Bundestrainer, mit ERNST PODESWA.

ND: Herr Hirsch, warum sind Sie schon so früh nach Japan gereist?
Hirsch: So können sich unsere Sportler gut akklimatisieren, sie lernen das Umfeld kennen, das Hotel und die Geräte, die immer anders sind als zuhause. Beste Voraussetzungen, um fit zu sein für die zweitägigen Qualifikationen, in denen die Kampfrichter ihre Bewertungsmaßstäbe abstimmen.

Ihr Team ist WM-Dritter von Rotterdam 2009, Philipp Boy ist WM-Zweiter im Mehrkampf, andere im Einzel mit Medaillen dekoriert. Wie sind da die Prioritäten verteilt?
Das Hauptziel dieser WM ist eindeutig die direkte Mannschafts-Qualifikation für Olympia im kommenden Jahr in London. Die wäre mit mindestens Platz acht erfüllt. Dieser Wettkampf ist auch für mich die stärkste nervliche Belastung.

Als WM-Dritter aber kein Grund zur Nervosität?
Im Teamwettbewerb kann viel passieren. Ein, zwei Patzer und schon sieht es brenzlig aus. Die Konkurrenz ist vor Olympia immer stärker und zudem ist unser Team nach der Achillessehnen-Operation von Fabian Hambüchen und der leistungsbedingten Nichtberücksichtigung von Boden-Europameister Matthias Fahrig nicht optimal formiert. Dennoch sind wir zuversichtlich, an die Erfolge der letzten Jahre anknüpfen zu können.

Wie fit ist der frühere Reck-Weltmeister Fabian Hambüchen nach der OP Anfang des Jahres schon?
Momentan ist es offen, ob er der Mannschaft auch in den Disziplinen Boden und Sprung helfen kann. Er hat sich großartig herangekämpft und hat medaillenreife Übungen an Reck und Barren, wird aber aus Rücksicht auf die Sehnen den Mehrkampf nicht bestreiten.

Hambüchen kontra Boy - das war nach gegenseitigen Verbalattacken in der Vergangenheit oft Thema in den Medien. Wie haben Sie beide wieder zusammengeführt?
Durch mehrere Gespräche und den Hinweis, dass jeder seine persönlichen Ziele nur erreichen kann, wenn jeder für den anderen kämpft und bereit ist, den nötigen Respekt zu erweisen. Nicht der Einzelne ist der Star, sondern die Mannschaft. Ich denke, dass dies alle akzeptiert und verinnerlicht haben.

Für Sie ist der Mehrkampf das Wichtigste. Warum?
Weil es nicht anders geht. Die Grundlage unserer Ausbildungsstrategie ist der Mehrkampf. Daraus leiten sich Erfolge mit der Mannschaft, im Mehrkampf sowie im Einzel ab. Andere Länder, vor allem kleinerer Verbände, fokussieren sich auf Gerätespezialisten.

Welche Rolle spielt die Bundesliga in Ihrem Konzept?
Zur Entwicklung von Spitzenleistungen taugt sie nicht. Denn da wird im Duell-Modus an den Geräten vor allem taktisch geturnt. Keine Fehler machen, nur den Gegner besiegen. Unsere Auswahlturner können da aber für 30 Stunden Wochentraining zumindest finanziell ein kleines Äquivalent erhalten.

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