Russland rüstet

Kommentar von René Heilig

Russland will Venezuela in den kommenden zwei Jahren einen Kredit über vier Milliarden US-Dollar gewähren. Allerdings mit einem Haken. Das Geld ist zweckgebunden zu verpulvern – für Rüstungsgüter.

Moskau ersetzt seit dem Machtantritt von Hugo Chavez auf diesem Sektor die USA, Westeuropa und Israel und ist ein treuer Lieferant: Kalaschnikows, Kampfhubschrauber, Suchoi-Jäger, Panzer und Raketenwerfer ... Im Gegenzug darf man zu Flottenbesuchen einlaufen und Flugplätze für strategische Bomber nutzen, um eine wieder entstandene Größe Russlands zu simulieren. Und: Moskau will seine Rüstungsindustrie am Laufen halten. Zu viele Kunden sind »entschwunden«. Man denke nur an Libyen oder Iran. An ein Umschwenken des riesigen militärisch-industriellen Komplexes mit seinen rund 1700 Großbetrieben hin zum Zivilen ist leider nicht gedacht. Erst gestern hat Premier Putin angekündigt, in den kommenden drei Jahren zehn Milliarden Euro in die technische Neuausrüstung von Verteidigungsbetrieben zu investieren. Er hofft, so der ganzen Wirtschaft einen High-Tech-Schub zu geben. Falls der Westen es ernst meint mit Hilfe bei der Modernisierung Russlands, wäre jetzt die Zeit, Alternativen anzubieten.

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