Uwe Stolzmann 10.10.2011 / Kultur

Das Geschäft mit Schmerz und Tod

Marlene Streeruwitz porträtiert eine Frau, die foltern soll

Diese Frau ist eine Kämpferin. Schreiben ist Kampf, Reden ist Kampf, Leben ist Kampf. Man kennt sie fast nur in der Rolle der Empörerin, Doña Quijote im Kampf gegen die dunklen Ritter des Patriarchats. »Mach Aufruhr«, so verlangte sie kürzlich in einer »Theorie der Romane«. »Vergiß Provokation und Revolution. Mach Aufruhr. Es wird dich niemand hören. Es wird dich kaum jemand lesen. Halt das aus.«Wäre sie keine Rebellin, würden wir sie trotzdem kennen: Marlene Streeruwitz, 1950 bei Wien geboren, in Wien und Berlin lebend, Dramatikerin, als Erzählerin spät berufen. Seit Mitte der Neunziger hat sie in rascher Folge Prosabücher publiziert, in denen sie ihr Doppelthema beharrlich umkreist – die gefühlte Opferrolle der Frau in der Gesellschaft sowie die Kluft zwischen weiblichem Selbst- und Fremdbild. Zwei Sammelbände benennen den vermuteten Grundkonflikt: »Sein. Und Schein. Und Erscheinen.« sowie »Können. Mögen. Dürfen. Sollen. Wollen. Müssen. Lassen.« (1997/98). Streeruwitz hat eine eigene, eine einzigartige Stimme. Nur leider: Mit ihrem Drang nach Originalität und ihrer Mission steht sich die Erzählerin bisweilen selbst im Weg. Das spürt man auch hier.Die Protagonistin – Amy Schreiber, 24 – stammt aus komplizierten Verhältnissen; ein Vorfahre war ein berühmter Wiener Künstler, eine Großmutter Jüdin, ein Großvater Nazi, die Mutter drogensüchtig; das Kind lebte bei Pflegeeltern.

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