Alexandra Exter 13.10.2011 / Kino und Film

Durch den Spiegel

Ein britischer Schriftsteller, der Abhandlungen verfasst über die relative Wertigkeit von Original und Fälschung in der Kunst, eine französische Galeristin, die Kopien mittelalterlicher Plastiken verkauft – oder vielleicht auch mal ein Original –, ein vorlautes Kind mit Gameboy und Fast Food-Vorlieben, ein Kleinwagen, der Mobilität verschafft, dazu die reale Landschaft (und fiktive Sitten) der Toskana, das sind die Zutaten, aus denen Abbas Kiarostami seinen ersten europäischen Film zusammensetzt.Den lesereisenden Schriftsteller nennt er beim Namen, James Miller, die ortsansässige Galeristin nicht. Miller kommt spät zu seiner eigenen Buchpräsentation, sie erscheint sogar noch etwas später, ihren gänzlich desinteressierten Sohn im Schlepptau, nimmt in der ersten Reihe Platz, die Reihe mit den reservierten Sitzen, flüstert seinem irritierten Verleger irgendwas ins Ohr – und geht. Am nächsten Tag treffen Autor und Händlerin sich (verabredungsgemäß?) wieder, auf einen Kaffee, eine Spritztour in die Gegend, ein gemeinsames Essen, bevor abends sein Zug fährt. Er hat Zeit bis dahin, sie offensichtliches Interesse an ihm. Außerdem hat sie gleich sechs Exemplare seines Buches gekauft, die soll er nun signieren, zwei ohne, vier mit Widmung, wie um ihren Echtheitsgrad zu steigern.»Copie conforme« heißt »Die Liebesfälscher« im Original (oder »Certified Copy« mit internationalem Titel), der französische (und der englische) Begriff für eine identische Abschrift, eine beglaubigte Kopie.

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