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UNESCO lässt bauen

Potsdam (dpa). Bedenken der Deutschen UNESCO-Kommission gegen ein Bauprojekt in Potsdam sind nach Angaben der Stadtverwaltung ausgeräumt. Der Weltkulturerbe-Status der Schlösser und Gärten werde durch den Wiederaufbau der Königlichen Matrosenstation Kongsnaes - norwegisch für Königliche Landzunge - nicht gefährdet, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch. Das habe der Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Walter Hirche, jetzt in einem Brief an Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) festgestellt. Hirche hatte sich den Angaben zufolge vor kurzem persönlich vor Ort ein Bild gemacht.

Bei dieser Gelegenheit wurde ihm laut Stadtverwaltung die »begrenzte Dimension« bei der Wiederrichtung der sogenannten Vente- oder auch Wartehalle deutlich gemacht. So werde die geplante Gastronomie 30 Plätze im Innenraum, 32 auf einer umlaufenden Veranda und 30 Außenplätze umfassen. Noch offene Fragen zu Steganlagen oder zum Verkehr und Lärmschutz würden sorgfältig bearbeitet, versicherte der Baubeigeordnete Matthias Klipp. Ein Investor will die alte Matrosenstation aus der Zeit Kaiser Wilhelms II. am Jungfernsee neu entstehen lassen. Sie war im Zweiten Weltkrieg großenteils zerstört worden.

Die aktuellen Baupläne waren bei der Deutschen UNESCO-Kommission auf Vorbehalte gestoßen. In einem Brief vom August hatte sie deshalb umfassende Informationen über das Kongsnaes-Projekt verlangt. In der Vergangenheit hatte Brandenburgs Landeshauptstadt schon mehrfach um den Weltkulturerbe-Status kämpfen müssen, weil ihn Bauvorhaben zu gefährden drohten. So waren beispielsweise der Neubau des Potsdamer Hauptbahnhofes oder auch die Bebauung am Glienicker Horn Anlass für Kritik von Denkmalschützern.

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