Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Aufgezwungen

Kommentar von Markus Drescher

Der Bundestag lädt 300 Menschen mit Behinderung ein und die nehmen das Angebot zum Dialog mit Politikern zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention an - und werden wieder ausgeladen, die Veranstaltung in dieser Woche auf nächstes Jahr verschoben. Die Begründung: zu viele Rollstuhlfahrer, Sicherheits- und Brandschutzgründe lassen die Veranstaltung in den Gebäuden des Bundestages nicht zu.

Offenbar steht es schlecht um die Rechte der Menschen mit Behinderung, wenn es nicht einmal dem Bundestag möglich ist, eine im Mai für Dezember angesetzte Veranstaltung durchzuführen, nur weil sich 100 Rollstuhlfahrer anmelden. Welche Behinderungen hatte man erwartet? Bundestagsbaulich kompatible? Der Vorgang ist ein Lehrstück für das Grundproblem, das Menschen mit Behinderung in Deutschland haben - ihre Bedürfnisse werden immer noch nicht selbstverständlich mitgedacht oder schlicht ignoriert. Anstatt konsequent die Umwelt so zu gestalten, dass möglichst viele Menschen möglichst wenig Ausgrenzung erfahren, müssen sich die Betroffenen von aufgezwungenen Hürden einschränken lassen. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, heißt es. Falsch. Wo keine Wege sind, muss es den Willen geben, welche zu schaffen.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln