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Wie viel ist ein Mensch wert?

Eine literarische Bilanz

  • Von Jürgen Wertheimer
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.
Jürgen Wertheimer, geb. 1947 in München, ist Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Komparistik an der Universität Tübingen.

Noch sind die rhetorischen und inszenatorischen Weihrauch-Wolken der päpstlichen Heimsuchung nicht verraucht, schon hat uns - gottlob - der Alltag wieder. Und es geht nicht mehr um das »Gute« und das »Böse«, nicht mehr um »Entweltlichung« und »Mysterien«, sondern ums Geld - übrigens auch an der vatikanischen Wirkungsstätte des Stellvertreters Jesu.

Und wenn man nach dem »Wert des Menschen« gefragt wird, geht es wieder um höchst Irdisches - und die Experten stehen ratloser denn je vor den qualmenden Trümmern des abgestürzten kapitalistischen Systems. Ein Crash, der die Eigenschaft besitzt, sich in rhythmischen Abständen zu wiederholen, ohne den geringsten Lernprozess auszulösen.

Die Geschichte unserer kollektiven Unbelehrbarkeit beginnt spätestens im 19. Jahrhundert, als zum ersten Mal Wert und Marktwert des Menschen gleichgesetzt wurden. Die Literatur des 19. Jahrhunderts hat dies genau protokolliert: als Gleichsetzung und logisc...


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