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Türkischer Rachefeldzug in Nordirak

Einmarsch nach Angriffen kurdischer Rebellen

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Nach Angriffen kurdischer Rebellen auf türkische Militärs in der Provinz Hakkari, bei denen 24 Soldaten getötet wurden, hat die türkische Armee am Mittwoch mutmaßliche Stellungen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in Nordirak unter Beschuss genommen. Staatspräsident Abdullah Gül kündigte »fürchterliche Rache« für die Tötung der Soldaten an. Türkische Truppen sollen bis zu vier Kilometer auf irakisches Gebiet vorgedrungen sein, Luftwaffe und Artillerie beschossen mutmaßliche PKK-Stellungen weit jenseits der Grenze.

Die Rebellenangriffe hatten in der Nacht zu Mittwoch gleichzeitig an mehreren Orten begonnen. Sie erfolgten genau zwei Jahre nachdem auf Befehl des gefangenen PKK-Führers Abdullah Öcalan eine Gruppe von Kämpfern über die Grenze gekommen war, um sich den türkischen Behörden zu stellen. Damit wollte die PKK ihre Bereitschaft demonstrieren, auf die von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan angekündigte »kurdische Öffnung« einzugehen. Geheimverhandlungen zwischen beiden Seiten blieben jedoch ohne Ergebnis. Bis zu den Parlamentswahlen im Juni hatte die PKK eine einseitige Waffenruhe weitgehend befolgt - in der Hoffnung, Erdogan werde den Kurden nach der Wahl wieder entgegenkommen. Als sich diese Hoffnung als Illusion erwies, nahm die PKK ihre Angriffe wieder auf. Der türkische Staat antwortete mit zahlreichen Bombenangriffen auf mutmaßliche PKK-Ziele in Nordirak. Angeblich sollen dabei bis zu 300 Rebellen getötet worden sein.

Erdogan ist anscheinend weiter entschlossen, das Kurdenproblem als reines Terrorproblem zu behandeln, das nur mit militärischen Mitteln gelöst werden kann. Beobachter erwarten eine größere grenzüberschreitende Aktion der türkischen Armee. Eine Lösung dürfte sie aber ebenso wenig bringen wie ähnliche Aktionen in früheren Jahren.

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