Die imaginäre Rückkehr der RAF

Entgegen einschlägiger Expertenmeinung glauben Teile der Union weiter an Linksterrorismus

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Der Bundestag beschäftigte sich am Donnerstag in einer Aktuellen Stunde mit den Brandanschlägen auf die Bahn. Fazit: Mancher in Union und FDP scheint sich nichts sehnlicher zu wünschen als eine neue RAF.

Wolfgang Gunkel (SPD) macht einen gelassenen Eindruck am Bundestagrednerpult. Ruhig spricht er von »kriminellem Unrecht und Straftaten«, die von der Polizei verfolgt werden müssten. Er rät zum Abwarten, was die Ermittlungen ergeben und welche Leute für die Anschläge verantwortlich sind. Es geht um die Brandsätze - zwei von 18 zündeten -, die in der vergangenen Woche an Bahnstrecken in Berlin und dem Umland entdeckt wurden und tagelang zu Verspätungen führten. Keine Dramatisierung der mutmaßlich von einer linken Gruppe verübten Anschläge, kein Schreckensgespenst einer neuen RAF. Weder seien die organisatorischen Strukturen von damals mit heute zu vergleichen noch habe die Aktion Rückhalt in der linken Szene. Gunkel orientiert sich an den Fakten, aktuellen wie historischen.

Eine Eigenschaft, die seinem Vorredner am Donnerstagnachmittag abgeht. Unionspolitiker Jan-Marco Luczak zieht in seiner Rede Par...


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