Demokratiepreise im Doppelpack

Sachsens Regierung steigt aus gemeinsamer Ehrung für Engagement gegen Rechtsextremismus aus

  • Von Hendrik Lasch, Dresden
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Seit fünf Jahren wird in Sachsen ein Preis verliehen, der Engagement gegen Rechts ehrt. Doch die Staatsregierung verlangte dafür ab 2010 erst ein Zwangsbekenntnis zum Grundgesetz - nun zeichnet sie ihr genehme Initiativen allein aus.

Albrecht Goetze ist ein sehr engagierter Mann. Sein Vorhaben, in Zgorzelec an jener Stelle eine internationale Begegnungsstätte zu schaffen, an der einst ein NS-Häftlingslager stand, in dem der Komponist Olivier Messiaen inhaftiert war, kann jede Unterstützung brauchen. Dass der Meetingpoint Messiaen zu den ersten beiden Trägern eines »Sächsischen Bürgerpreises« gehört, der mit 5000 Euro dotiert ist und diese Woche vergeben wurde, ist Goetze zu gönnen. Es wird freilich nichts daran ändern, dass dem Preis ein fader Beigeschmack anhaftet - denn er ist Ergebnis einer Spaltung.

Vereine verweigern sich

Bis 2010 vergaben Sachsens Regierung und Institutionen wie die Amadeu-Antonio-Stiftung gemeinsam den Sächsischen Förderpreis für Demokratie. Seit 2007 wurden damit Initiativen ausgezeichnet, die sich der Stärkung der Zivilgesellschaft und dem Kampf gegen Rechtsextremismus widmen. Er stellte quasi die offizielle Anerkennung einer Arbeit d...

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