Kuh sucht Arzt

In vielen ländlichen Regionen fehlt es an Tiermedizinern - und das liegt nicht nur am Geld

  • Von Stefanie Walter, epd
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Manchmal prallen Welten aufeinander: Viele junge Tierärzte stammen aus der Stadt. Gebraucht werden sie auf dem Land, wo Schweine gemästet und Hühner gezüchtet werden.

Gießen. Eva Spitzley klopft leicht aufs Hinterteil, und die Kuh erhebt sich gleichmütig. Die junge Tierärztin lächelt, sie mag Kühe. »Bei Kühen geht alles etwas einfacher.« Sie hält das Stethoskop an den Bauch der Braun-Weiß-Gefleckten. Es grummelt, wie ein noch weit entferntes Gewitter. So muss es sein. Auf dem Bauch der Nachbarpatientin in der veterinärmedizinischen Uniklinik Gießen klebt ein dickes Pflaster. Die Kuh litt an einer Darmverschlingung und wäre ohne Operation gestorben.

Die 28-jährige Spitzley, die gerade ihre Doktorarbeit schreibt, möchte später gerne in einer Nutztierpraxis arbeiten. Und gehört damit zu den Ausnahmen. Denn immer seltener zieht es junge Tierärzte aufs Land. Zu den Gründen gibt es bereits mehrere Studien. Die hohe Frauenquote wird angeführt - 85 Prozent der Tiermedizin-Studenten sind weiblich. Aber auch die Einstellung zum Tierschutz oder die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf könnten Ur...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.