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Parkeisenbahn-Mitarbeiter verurteilt

Bewährungsstrafe für jahrelangen Missbrauch von anvertrauten Kindern und einem Jugendlichen

(dpa). Die kleine Eisenbahn in einem beliebten Berliner Freizeitpark im Ostteil der Stadt soll Kinder begeistern - eine Missbrauchsserie brachte die Einrichtung jetzt aber in Misskredit. Denn ein früherer Mitarbeiter bei einer Berliner Kindereisenbahn soll jahrelang ihm anvertraute Jungen sexuell missbraucht haben. Am Dienstag verurteilte ihn ein Berliner Amtsgericht zu zwei Jahren Jugendstrafe auf Bewährung. Der jetzt 26 Jahre alte Angeklagte gestand, sich in den Jahren 2000 bis 2008 mindestens 47 Mal an sechs Kindern und einem Jugendlichen vergangen zu haben. Die Missbrauchsfälle auf dem Gelände könnten sich aber noch ausweiten.

Wie aus Justizkreisen bekannt wurde, liegen inzwischen zwei Anklagen gegen drei weitere Tatverdächtige vor. Sie sollen ebenfalls für die Parkeisenbahn gearbeitet haben und sich in ähnlicher Weise an Kindern vergriffen haben. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt.

Zu den Übergriffen des 26-Jährigen kam es auf dem Gelände der Kindereisenbahn im Stadtteil Köpenick, in der Bahn und an anderen Orten. Der Prozess war nicht öffentlich.

Der Angeklagte und die Jungen waren Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Parkeisenbahn in der Wuhlheide. Die Schmalspurbahn, die von Kindern und Jugendlichen unter Anleitung Erwachsener betrieben wird, zählt zu den beliebtesten Attraktionen eines der größten europäischen Freizeitparks.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers war der Angeklagte erst 14 oder 15 Jahre alt, als es im Salonwagen der Bahn etwa zu Berührungen eines Elfjährigen kam. Als weitere Tatorte nannte der Sprecher ein Stellwerk sowie das Kinderzimmer des Berliners in der elterlichen Wohnung. Gewalt sei nicht ausgeübt worden. Der Berliner soll aber seine Vorgesetztenposition ausgespielt haben.

Nach Bekanntwerden der Übergriffe hatte der Angeklagte gekündigt. Seit seinem elften Lebensjahr gehörte er der Kindereisenbahn an. Der 26-Jährige war zeitweise Bahnhofsvorsteher und hatte die Gastronomie geleitet. Nach Angaben des Gerichtssprechers war der Angeklagte zumeist drei Jahre älter als die Jungen.

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