Reibungen im Hörsaal

»Akademiker mit Arbeiterhintergrund« koordinieren sich gegen soziale Diskriminierung

  • Von Rudolf Stumberger
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Die Erkenntnisse der PISA-Studien waren nicht unbedingt neu, eher eine Bestätigung: In Deutschland spielt die soziale Herkunft bei den Bildungschancen eine große Rolle. Im Vergleich zu anderen Ländern war der Anteil von Arbeiterkindern an den Universitäten immer schon gering, stieg in den 1970er Jahren etwas an und stagniert heute erneut. Neu ist, dass die Betroffenen nun erstmals ihre Diskriminierungserfahrungen an den Hochschulen thematisieren.

Der Weg von Studierenden mit offizieller Studienberechtigung ist oft nicht frei von Barrieren. Die »Akademiker mit Arbeiterhintergrund« wenden sich gegen die Diskriminierung aufgrund sozialer Herkunft, mit der sie konfrontiert sind. Ihre Tagungen fanden 2011 in Münster, 2010 in Little Rock im US-Bundesstaat Arkansas statt - dort, wo 1957 schwarze Schülerinnen und Schüler für ihren Highschool-Zugang kämpften. An die »Little Rock Nine« erinnert ein Denkmal (Foto).
Ein Hörsaal, Katholische Universität Eichstätt, Mitte der 1990er Jahre. Vorne am Pult steht Professor Jan Tonnemacher, er unterrichtet »Journalistik«. Heute geht es um die Soziologie der Massenmedien, also auch um soziale Klassen und Schichten. Darüber entwickelt sich eine kleine Debatte. Irgendwann sagt der Professor wie selbstverständlich: »Wir stammen doch hier alle aus der Mittelschicht, oder?« Niemand steht auf und widerspricht: »Nein, das stimmt nicht. Ich komme aus einem Arbeiterhaushalt.« Es bleibt ruhig im Hörsaal. Das »oder?« wirkt wie eine kleine soziale Maschinengewehrgarbe. Danach rührt sich keiner mehr.

Isoliert zwischen den sozialen Klassen

Little Rock, Arkansas, USA, Juni 2010. Die Temperaturen klettern schon mal auf über 35 Grad Celsius. Im »Flying Fish« an der President-Clinton-Avenue werden an diesem Samstagmittag frittierte Fische serviert, während aus den Lautsprechern der Blues dringt - der Mississippi ist nu...

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