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Bringt Farbe in jede Schattenseite

GARTEN: Lerchensporn ist ein unermüdlicher Dauerblüher

  • Von Brigitte Müller, Hobbygärtnerin und Umweltautorin
  • Lesedauer: 3 Min.

Sie sind wieder da. Nach ihrem Sommerausflug inspizieren gefiederte Gartennutzer das Gelände und sind dabei eifrig beim Plaudern. Vielleicht machen sich Meisen, Kleiber, Rotkehlchen und Zaunkönig, Spatzen sowieso, gegenseitig aufmerksam auf die Samen- und Beerenstände von Kultur- und Wildpflanzen, die bis zum Frühjahr stehen bleiben. Ist alles leer gepickt, wird das Futterhäuschen beliefert.

Lerchen schwirren zwar nicht durch den Garten, aber eine Pflanze, die den Namen des Vogels in dem Ihrigen trägt, ist ein Dauergast, der auf den klangvollen Namen Corydalis lutea hört: Gelber Lerchensporn. (Foto: B. Müller) Die kompakte Staude ist einerseits sehr pflegeleicht und andererseits eine Rekordhalterin im Langeblühen; von April bis zum Frost schiebt sie unermüdlich leuchtend gelbe Blüten, deren langer Sporn ihr zum zweiten Teil des Namens verhalf. Es gibt mehr als 300 Arten dieser mit dem Erdrauch (Fumaria) verwandten Gattung. Die meisten blühen im roten Farbspektrum, aber es gibt auch blau blühende asiatische (C. cashmeriana und C. flexuosa). Aber unschlagbar in Anspruchslosigkeit und Blütezeit ist C. lutea.

Zu den heimischen Arten gehört neben dem Gelben auch der Hohle Lerchensporn (C. cava), der als erster schon im März seine vor allem mauvefarbenen (teilweise weißen) Blüten für hungrige Insekten öffnet. Allerdings bleibt er nur wenige Wochen und verzieht sich danach die meiste Zeit unter die Erde. Deshalb eignet er sich gut als »Vorkultur« für Funkien und Tränende Herzen. Ehe diese ihr Blattwerk entfalten, schmückt der Hohle Lerchensporn dort schon die sonst kahlen Stellen.

Die zwei- bis dreifach gefiederten Blätter der Lerchensporne sind meist sattgrün bis blaugrün. Die niedrigen Stauden (30 bis 40 Zentimeter hoch) eignen sich gut für Gartenplätze mit wenig Licht. Dort, wo nach dem Flor der Frühblüher Bäume zu viel Schatten und damit Blütenpflanzen das Leben schwer machen, kann der Gelbe Lerchensporn durchaus blühende Teppiche bilden. Es darf nur nicht zu trocken werden. Lerchensporn kann auch einem Balkongärtner auf der Schattenseite des Hauses, der zudem nicht das Bedürfnis hat, ständig die Bepflanzung der Kästen zu wechseln, sehr willkommen sein. Einmal gepflanzt, blüht es mehr als ein halbes Jahr über filigranem Blatt. Und keiner muss verblühtes abzupfen; bleibt also mehr Zeit für nettere Beschäftigungen oder einfach nur fürs Genießen der schönen Pflanzen.

Solange das Wetter offen ist, können noch Stauden, Beerensträucher und Obstbäume gepflanzt werden. Um den Wurzelballen herum sollte zum Schutz vor Frost gut mit Kompost und Laub gemulcht werden. Auf die Baumscheiben lassen sich jetzt schon z. B. Ringelblumen und Kapuzinerkresse aussäen. Die Samen kommen unter der schützenden Laubdecke gut über den Winter und haben die Chance, zum optimalen Zeitpunkt in die Saison zu starten. Auch Cosmeen zeigen uns an ihrem diesjährigen Standort, wenn er denn nicht total umgepflügt wurde, dass ausgefallene Samen hier die kräftigsten Nachkommen sprießen lassen. Ganz ohne unser Zutun. Wer sie dann lieber im nächsten Jahr woanders hat, braucht sie nur umzupflanzen. Und wenn man vielleicht zu viele von einer Sorte hat, kann man ja mit der Gartennachbarschaft tauschen oder die Pflänzchen auch einfach nur verschenken.

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