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Reanimation oder Inspiration?

Notizen von einer Tagung in Berlin: Kultur und Identität – Das deutsch-jüdische Erbe

  • Von Karlen Vesper
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.
Die Synagoge in der Oranienburger Straße

»Das ist, finde ich, kein guter Diskussionseinstieg. Ich erhebe energischen Widerspruch. Das deutsche Judentum ist nicht tot. Es lebt.« Den drei Professoren auf dem Podium verschlägt es förmlich die Sprache, perplex über den heftigen Einspruch von Heinz Stern, Bibliothekar und Berliner. Gebannt lauschen sie dem Mann, der sich zum Anwalt der Gegenwärtigkeit deutsch-jüdischer Kultur erklärt: »Wie kann einer, der eines der spannendsten Referate auf dieser Konferenz gehalten hat, behaupten, es gäbe sie nicht mehr? Sie selbst, meine Herren, pflegen doch eine Sprache, in der Musik ist. Sie sind doch lebender Gegenbeweis Ihrer Hypothesen.«

Erkennen, erfassen und bewahren

Nun, zuvor hatten die drei Angesprochenen sich selbst als »Dinosaurier« erklärt. Und zwar in einer Debatte unter dem Titel »Kultur schafft Identität schafft Kultur?!« Sie war der Höhepunkt einer dreitägigen Konferenz, zu der das Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam, die M...


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