Keiner vertraut keinem

Reportagen über Mexikos durch den »Drogenkrieg« traumatisierte Bevölkerung

  • Von Wolf-Dieter Vogel
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Die Journalistin Jeanette Erazo Heufelder widmet sich in ihrem Buch »Drogenkorridor Mexiko« in Reportageform den Hintergründen des Drogenhandels und Drogenkrieges.

Wenn heute von Mexiko die Rede ist, geht es meist um grausame Leichenfunde, um Massaker und Massengräber. Das Land ist zum Synonym geworden für ein Gewaltniveau, das niemand wirklich nachvollziehen kann. Von 50 000 Toten seit 2006 ist die Rede, von 230 000 Vertriebenen - unglaubliche Zahlen, hinter denen die sozialen Verhältnisse verschwinden, in denen der »Drogenkrieg« zwischen den Killern der Kartelle, Polizisten und Soldaten stattfindet

Kaum ein Bericht kann vermitteln, was in den Mikrokosmen der mexikanischen Gesellschaft passiert: Wie leben die Menschen in den Gemeinden, die von der Mafia kontrolliert werden? Warum protestiert keiner, wenn in Bussen Balladen gespielt werden, die Massenmörder wie den Chef des Sinaloa-Kartells Joaquín »Chapo« Guzmán huldigen?

Jeanette Erazo Heufelder hat sich diesen Fragen gestellt. Die Autorin und Ethnologin ist in jene Orte des mexikanischen Nordens gereist, in denen die Kartelle schon lange...

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