Reformbilanz ist ein einziges Desaster

Peter Wahl über das Treffen in Cannes und zivilgesellschaftliche Herausforderungen

Vor dem Hintergrund der Euro-Krise kommen die Staats- und Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) diese Woche im südfranzösischen Cannes zusammen. Neben der Euro-Krise sollen die Reform des internationalen Währungssystems, der Abbau globaler Ungleichgewichte, eine weitere Regulierung der Finanzmärkte und die Begrenzung der Rohstoff- und Nahrungsspekulation weitere Schwerpunktthemen des Treffens bilden. Mit Peter Wahl sprach MARTIN LING.

PETER WAHL ist Mitarbeiter der Nichtregierungsorganisation WEED (Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung) und Spezialist für die Regulierung des internationalen Finanzsystems sowie Mitbegründer des globalisierungskritischen Netzwerks Attac Deutschland. Er weilt während des G20-Gipfels in Cannes.

ND: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wollte in Cannes im Kern ein neues Währungs- und Finanzsystem anpeilen. Jetzt wird das Treffen durch die Ankündigung von Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou überlagert, ein Referendum über den Sparkurs dort einzuberufen. Droht die Eurokrise alle anderen Themen in den Hintergrund zu schieben?
Wahl: Zu einem gewissen Teil sicherlich. Andererseits sind die anderen Themen so drängend und bedeutend, dass sie nicht einfach zu ignorieren sind: Zum Beispiel das erwähnte Thema der Währungsproblematik, das der brasilianische Finanzminister Guido Mantega vor Jahresfrist sogar als »Währungskrieg« eingestuft hat, sowie die extremen globalen Handelsungleichgewichte zwischen Export- und Importländern.

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