Geld gegen Gewalt

Sportminister nehmen Fußballklubs in die Verantwortung - auch finanziell

  • Von Jirka Grahl, Weimar
  • Lesedauer: 3 Min.

Was soll das hier?

Sei auch du solidarisch und unterstütze linken Journalismus mit einem freiwilligem Abo, einer Spende - oder noch besser entscheide dich für ein Digitalabo.

  • Wählen Sie ein Abo:

    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

    Ich habe bezahlt.

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Minimum 5 Euro/Monat

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login

    Passwort vergessen?

  • Jetzt nicht ...
Zum 35. Mal trafen sich am Donnerstag und Freitag die zuständigen Minister der Länder zur Sportministerkonferenz im beschaulichen Weimar. Gewalt rund um Fußballstadien bestimmte die Debatten.

Für den Sport sind in den meisten Bundesländern die Innenminister zuständig; vor dem Hotel »Elephant« standen sich deshalb drei Dutzend Sicherheitsleute gegenseitig im Weg und blickten scharf in die Gesichter der vorbeilaufenden Weimar-Besucher. Eine passende Inszenierung am Marktplatz der Kulturstadt, denn ein brisantes Thema der Sportministerkonferenz war die Frage der Sicherheit. Wie kann der Gewalt rund um die Fußballstadien Einhalt geboten werden? Mit mehr Polizisten? Mehr Faninitiativen? Mehr Geld für Eintrittskarten? Wer soll was für mehr Sicherheit tun?

Die Anhänger Dynamo Dresdens, die am Rande des DFB-Pokalspiels in Dortmund randalierten, prügelten und zündelten, haben eine hitzige Diskussion um den Umgang mit Fans im Allgemeinen und mit der Gewalt im Besonderen entfacht. Die Erregung droht sich zu einem Flächenbrand auszuweiten, denn bei der Partie Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Kaiserslautern gab es bereits die nächsten Ausschreitungen.

In dieser Woche verließ ein Spieler des Regionalligisten 1. FC Magdeburg die Stadt und seinen Verein fluchtartig: Vermummte Fans hätten ihn bedroht, berichtete er. Am Mittwoch stieg der DFB endgültig aus den monatelangen Verhandlungen mit den Fas über die Legalisierung von Pyrotechnik aus - mit einem klaren Nein. Die Stimmung in den Stadien wird an den kommenden Wochenenden sicherlich hitzig werden.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat Vereine, Verbände, Polizei und Behörden am 14. November zum Runden Tisch nach Berlin geladen. Wie er in Weimar andeutete, soll sich besonders der Fußball in Sachen Sicherheit stärker einbringen - vor allem finanziell. Zwar scheute Friedrich das Thema »Extra-Euro«, das der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) für den Besuch von Großveranstaltungen vorgeschlagen hatte, um die immer teurer werdenden Polizeieinsätze zu finanzieren. Aber klar sei, so der CSU-Politiker, dass in den Projekten, die mit den Vereinen bereits vereinbart wurden, »sicher noch mehr passieren müsse«, etwa bei der Fanbetreuung. Natürlich habe »der Staat allgemein die Verpflichtung, für die Sicherheit von Verkehrswegen zu sorgen und zur Herstellung von Sicherheit und Ordnung«. Aber: »Am Ende gehört auch die Erkenntnis der Vereine dazu, noch mehr zu tun.«

Auch die Sportminister der Länder widmeten sich der Randale: »Es gibt eine Eskalation der Gewalt, wie wir sie vorher nicht hatten«, sagte Thüringens Sozialministerin Heike Taubert (SPD) gestern. Der heikle »Extra-Euro« für Polizeieinsätze habe aber nicht auf der Tagesordnung gestanden.

An Taubert war es, die Beschlüsse der Konferenz zu verkünden: Die Minister schlagen eine Art Gütesiegel für Faninitiativen vor, außerdem müsse »notfalls« über lebenslange Stadionsperren für Gewalttäter nachgedacht werden. »Ein Alkoholverbot in Nahverkehrszügen zumindest anlässlich von Bundesligaspielen ist anzustreben«, so Taubert.

Dass die Durchsetzung des Verbotes nicht leicht sei, wisse sie, aber mit einem Verbot durch die Nahverkehrsbetriebe sei immerhin ein Anfang gemacht. Ob die Sportminister auch über ein Alkoholverbot im Stadion gesprochen hätten? »Nein.« Heike Taubert verwies darauf, dass die Konferenz Beschlüsse stets einstimmig fasse. Offensichtlich war hier keine Einigung zu erwarten. Sie selbst sei aber unbedingt dafür: »Man kann auch ohne Alkohol im Stadion Spaß haben.«

Neben der Aktualität des Themas Gewalt im Fußball verblassten andere Themen: Einer erneuten Bewerbung um Olympische Spiele stehen die Sportminister auch nach dem Scheitern der Münchener Bewerbung für 2018 äußerst positiv gegenüber. Ob sich Deutschland für Winter- oder Sommerspiele bewerbe, sei zwar offen. Eine Tendenz war aber in den Worten von Heike Taubert zu erkennen: »München 2018 war eine sehr gute Bewerbung - tauglich, wiederverwendet zu werden.«

Weihnachtsabo
Werbung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Jetzt aber schnell!

Schenken was wirklich Freude macht. Für diejenigen, die schon alles haben, oder auf kapitalistischen Überfluss verzichten wollen.

Jetzt bestellen oder verschenken

Weihnachtsabo
Weihnachtsabo