Klaus Blessing 07.11.2011 / Politik

Erleichtern wir die Plutokraten

Mit zwei Billionen Euro wäre die Schuldenkrise erledigt. Man muss das Geld nur abholen

Mit geborgtem Geld geben Staaten astronomische Garantien, nur um private Investoren zu neuen Spekulationen einzuladen - so geht es auf keinen Fall weiter, argumentiert Autor Klaus Blessing (»Die Schulden des Westens») im ND-Gastbeitrag.

Regiert mehr denn je die Welt: das – private – Geld.

Die Krise galoppiert Richtung Finale, diverse Gipfel sind wirkungslos. Gefangen im System denken und handeln die eitlen Regierungschefs. Der Markt muss funktionieren. Großdeutsche Töne über faule Griechen, Forderungen nach Wiedereinführung der DM und Lobpreisungen über Deutschland als Hort der wirtschaftlichen Tugend sollen von den wirklichen Problemen ablenken.

Der Euro-Rettungsschirm ist kein Schirm, sondern ein Loch, das immer größer wird. Kein einziger EU-Staat ist ohne Verschuldung. Das Prinzip des Rettungsschirmes besteht darin, dass die Staaten, die (noch) relativ günstig weitere Kredite auf dem Finanzmarkt aufnehmen können, diese an solche weiterleiten, die das nicht mehr können. Der aktuell favorisierte Euro-Rettungsschirm mit Hebelwirkung ist der letzte Versuch, mit nicht vorhandenem Geld Schulden zu tilgen. Da »garantieren« Staaten mit geborgtem Geld als Sicherheit, um private Investoren zum weiteren Spekulieren anzulocke...

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