Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Lieferung nur gegen Vorkasse

Deutsche Pharma- und Medizintechnikhersteller klagen über höhere Geschäftsrisiken in Euroland

Die EU-Schuldenkrise kommt bei deutschen Firmen an: Unternehmen aus dem Medizinbereich müssen offenen Rechnungen in Krisenländern hinterherlaufen. Es geht zum Teil um dreistellige Millionensummen.

Frankfurt am Main (dpa/nd). Ende vergangener Woche hatte der Pharmariese Bayer auf die finanzielle Entwicklung im Gesundheitssystem südeuropäischer Länder hingewiesen. »Wir haben inakzeptabel hohe Außenstände im öffentlichen Bereich«, sagte Finanzchef Werner Baumann der »Börsen-Zeitung«. Konkret geht es zum Beispiel um Forderungen gegenüber staatlichen Krankenhäusern in Italien oder Provinzregierungen in Spanien »im signifikanten dreistelligen Millionen-Euro-Bereich«.

Ähnlich geht es dem Dialysespezialisten Fresenius, der seine ausstehenden Forderungen in den Wackelstaaten der Eurozone mit »deutlich unter drei Prozent des Konzernumsatzes« angibt. Der betrug 2010 insgesamt 16 Milliarden Euro, so dass sich daraus eine Summe von knapp 480 Millionen Euro ergibt. Bislang habe es aber noch keine Zahlungsausfälle gegeben, gab das Unternehmen aus Bad Homburg an. In Griechenland musste sich Fresenius allerdings auf die Umwandlung von Schulden staatlicher Krankenhäuser in unverzinsliche Staatsanleihen einlassen, die nur zum Teil weiterverkauft werden konnten. In den anderen Ländern hat Fresenius nach eigenen Angaben seltener mit staatlichen Schuldnern zu tun, zudem sei die Zahlungsmoral besser. Das Unternehmen sichere seine Forderungen, indem es über Großhändler mit engen Zahlungszielen liefere. Zudem arbeitet man mit Factoring-Lösungen - hier übernimmt ein Finanzdienstleister gegen Entgelt das Ausfallrisiko.

Auch kleinere Unternehmen bekommen die Folgen der hohen Verschuldung zu spüren. »Wir beobachten zunehmende Laufzeiten von Forderungen aufgrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise«, sagte eine Sprecherin des Verbandherstellers Paul Hartmann aus dem baden-württembergischen Heidenheim. Zahlungsausfälle im größeren Stil habe das Unternehmen in Südosteuropa noch nicht verzeichnet, aber Vorsorge getroffen. »So liefern wir verstärkt gegen Vorkasse oder wählen Neukunden entsprechend ihrer Zahlungsfähigkeit aus.«

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln