Ehrung ohne Klausel

Demokratiepreis Sachsen verliehen / Bald erste Klage gegen Extremismuserklärung

  • Von Hendrik Lasch, Dresden
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Zum fünften Mal wurde der Sächsische Demokratiepreis verliehen - erstmals ohne Beteiligung des Landes. Grund ist der Zank um die Extremismusklausel, gegen die der designierte Preisträger 2010 klagen will.

Der Sieger trägt »Lonsdale«. In einem T-Shirt der britischen Marke nahm Sven Kaseler von der Initiative »Augen auf!« einen der beiden Hauptpreise des Sächsischen Demokratiepreises 2011 in Empfang und erinnerte damit an eine der ersten Aktionen des Oberlausitzer Vereins: Dieser lud das Modelabel, dessen Kleidung gern von Rechtsextremen getragen wurde, zu gemeinsamen Aktionen gegen Nazis ein, darunter ein Konzert in Zittau. »Lonsdale« lieferte unter anderem spezielle Shirts - mit dem Rückenaufdruck »Nazifrei!«

Kreativ und engagiert sind auch andere Projekte, mit denen »Augen auf« sich seit 2000 im Dreiländereck Respekt erarbeitet hat, darunter ein grenzübergreifendes Fußballturnier, Schulprojekte und Konzerttouren. So habe man anfänglichen Anfeindungen getrotzt, sagt Kaseler. Heute behindert eher Bürokratie die Arbeit der Initiative - nicht zuletzt als Folge der »Demokratieerklärung«, die seit 2010 zivilgesellschaftlichen Projekten i...

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