Anleger werden noch immer ausgenommen

Gewerkschafter und Verbraucherschützer fordern einen Finanz-TÜV

  • Von Marcus Meier, Düsseldorf
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Bankkunden werden bei der Geldanlage immer noch schlecht beraten - auch im Jahr vier der Finanzkrise. Darüber sind sich der DGB und die Verbraucherzentralen einig, wie gestern in einem Fachgespräch im Düsseldorfer DGB-Haus deutlich wurde.

Der Fall ging kürzlich durch die Medien. Einer 87-jährigen Dortmunderin wurden 2008 komplizierte Fonds-Anlagen mit 20 Jahren Laufzeit angedreht. »Ein gutes Beispiel, wie die Verhältnisse in der Branche sind«, berichtete Roman Eberle, bei ver.di NRW zuständig für Finanzdienstleister. »Der Kollege, der das Produkt verkaufte, hatte bestimmt ein superschlechtes Gewissen, aber der Druck war wohl zu groß.« Dicke Provisionen kassiert habe die Bank, nicht der Berater, betonte Eberle. Nicht nur zwischen den Mitarbeitern, sondern auch zwischen einzelnen Filialen werde der Wettbewerb geschürt: Wer ist am besten dabei, umstrittene Produkte »abzuverkaufen«? »Der Kunde wird ausgenommen wie eine Weihnachtsgans«, Mitarbeiter würden gedemütigt und bedroht.

Noch begegnen sich Kunde und Berater in der Realität nicht auf Augenhöhe, klagte Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Viele Kunden überließen Entscheidungen dem Bankberater. Der jed...


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