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Uganda baut erstmals ein selbstentwickeltes Elektroauto

Der Kiira EV soll den Weg für nachhaltige Verkehrslösungen eröffnen

Uganda hat erfolgreich sein erstes Elektroauto entwickelt und träumt von eigener Fahrzeugindustrie. Der Grundstein für ein Forschungszentrum zur Entwicklung nachhaltiger Verkehrslösungen scheint gelegt.
Das erste Modell: Kiira EV
Das erste Modell: Kiira EV

Es ruckelt noch ein wenig, aber es fährt: das erste Elektroauto made in Uganda. Drei Jahre haben Studenten und Techniker der Makerere Universität Kampala unter Leitung des Maschinen- und Fahrzeugbauingenieurs Paul Isaac Musasizi getüftelt und montiert.

Vergangene Woche war es dann soweit, der Kiira EV wurde der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei der ersten Testfahrt auf dem Campusgelände erreichte der rein elektrisch betriebene Zweisitzer eine Geschwindigkeit von 65 km/h. Mit seinem 18 PS starken Elektromotor kann das Auto aber mehr. Nach Aussagen des leitenden Ingenieurs dürfte eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h bei guten Straßenverhältnissen kein Problem sein. Dabei könne der Kiira auch große Steigungen meistern, hob Musasizi hervor.

Allerdings muss der Lithium-Ionen-Akku bereits nach ca. 80 Kilometern für drei bis vier Stunden an die Steckdose, was in einem Land, in dem Stromausfälle an der Tagesordnung sind, nicht unproblematisch sein dürfte.

Bis auf einige Antriebskomponenten wurden alle Teile des Kiira in Uganda entwickelt und gefertigt. Die Montage sollte ursprünglich schon im Jahr 2009 beginnen. Aufgrund finanzieller Probleme musste der Start jedoch auf den November 2010 verschoben werden. Letztlich setzte sich der Präsident des ostafrikanischen Landes, Yoweri Kaguta Museveni, persönlich für das prestigeträchtige Projekt ein und stellte die fehlenden finanziellen Mittel zur Verfügung, so dass der erste Prototyp in knapp einem Jahr gebaut werden konnte.

Das sei erst der Anfang, betont Musasizi. Der Kiira EV eröffne den Weg für die Einrichtung eines Forschungszentrums zur Entwicklung nachhaltiger Verkehrslösungen für Afrika. Für Musasizi ein erster Schritt zum Aufbau einer Fahrzeugindustrie in Uganda. Der Ingenieur arbeitet mit seinem Team bereits an einem Bus mit 28 Sitzplätzen für den öffentlichen Verkehr. Die Entwürfe seien abgeschlossen, der Bau ist nun für Anfang des kommenden Jahres geplant.

Ob der Kiira jemals in Serie gebaut wird, steht noch in den Sternen. Aber wichtiger als das Fahrzeug selbst ist die technologische Leistung für Uganda. »Als wir das Projekt starteten, wollten wir beweisen, dass Uganda genauso gute Talente wie die USA oder Deutschland hervorbringt«, sagte Musasizi der ugandischen Tageszeitung »Daily Monitor«.

Falls der Kleinwagen in Zukunft doch auf den Markt kommen sollte, wird er voraussichtlich zwischen 10 000 und 15 000 US-Dollar kosten, für die Mehrheit der Menschen im Land unerschwinglich. Trotz eines Wirtschaftswachstums von fünf bis sechs Prozent jährlich zählt Uganda nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt. Der Jahresdurchschnittsverdienst liegt bei 300 US-Dollar im Jahr.

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