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Was meine Schwester kann, ...

Die Ukrainerin Maria Musitschuk will bei der nd-Damenschachgala die Erfolge ihrer Familie mehren

Erst die große Schwester, jetzt die kleine. Vor drei Jahren hat die ukrainische Spitzenspielerin Anna Musitschuk das Schnellturnier in Berlin gewonnen. Am 25. November fliegt ihre erst 19 Jahre alte Schwester MARIA MUSITSCHUK zur 6. nd-Damenschachgala ein, um den Titel zu holen. Mit der Studentin an der Universität Lwow sprach RENE GRALLA.
Maria Musitschuk
Maria Musitschuk

ND: Erleben wir in Berlin eine Neuauflage des Musitschuk-Erfolges?
Musitschuk: Der Sieg meiner Schwester bei der nd-Damenschachgala 2008 hat mich selbstverständlich gefreut. Heute ist Anna Vierte in der Weltrangliste der Frauen. Ich denke, dass ich da auch gute Chancen habe, das Turnier zu gewinnen.

Offenbar gibt es ein Schachgen in Ihrer Familie.
Ich weiß nicht, ob die Begabung erblich ist. Aber fast alle meine Verwandten beherrschen Schach. Als ich zwei Jahre alt war, haben mich meine Eltern erstmals ans Brett gesetzt, und mit drei kannte ich schon alle Steine. Unsere Eltern waren immer die Trainer, mit denen meine Schwester und ich geübt haben. Talent ist nicht alles: Ohne harte Arbeit, Durchhaltevermögen und den ständigen Wunsch, sich zu verbessern sind gute Ergebnisse in diesem Denksport nicht erreichbar.

Empfinden Sie Ihre Schwester Anna als Konkurrentin?
Wir sind eher Sparringspartnerinnen als Rivalinnen. Bei Wettkämpfen geben wir uns gegenseitig Tipps: Ich möchte, dass Anna stärker wird und mir hilft, meine Resultate zu verbessern.

Was geschieht, wenn Sie in einem Turnier gegeneinander spielen müssen?
Dass wir Partien um Wertungspunkte ausgetragen haben, ist lange her. Solche Matches gingen meist rasch unentschieden aus.

Die Ukrainerinnen sind Weltklasse im Schach. Bei der 6. nd-Schachgala ist mit der amtierenden US-Meisterin Anna Satonskich eine weitere gebürtige Landsfrau dabei. Was macht die Ukrainerinnen dermaßen stark?
Das liegt an der tief verwurzelten Schachtradition in unserem Land. Außerdem sind auch unsere Männer Spitze, haben bei der Schacholympiade im russischen Chanty-Mansijsk 2010 Gold geholt. Das spornt auch die Frauen an.

Neben Ihrer Schachkarriere belegen Sie das Fach Körperkultur an der Universität Lwow. Wie sehen Ihre beruflichen Pläne aus?
Faktisch bin ich Schachprofi. Nachdem ich 2001 die ukrainische Meisterschaft in der Altersgruppe U10 gewonnen hatte, wurde mir klar, dass Schach eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen würde. Seitdem habe ich beinahe jeden Tag Schach trainiert.

Wie bleiben Sie körperlich fit?
Mein Lieblingssport ist Tischtennis, das ist der beste Ausgleich während eines anstrengenden Schachturniers.

Es gibt Gerüchte über ein geheimnisvolles »Musitschuk-Gambit«, einer aggressiven Variante unter Materialaufgabe, die Ihre Schwester und Sie entwickelt hätten, um schnell die Initiative zu übernehmen. Mögen Sie uns etwas mehr verraten?
Davon höre ich zum ersten Mal. Da muss ich selbst erst schauen, was damit gemeint sein soll.

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