Ein Globus zum Tasten

Das »Helmut-Kreutz-Haus« in Wernigerode bietet Blinden und Sehbehinderten neue Erfahrungen

  • Von Uwe Kraus, Wernigerode
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Wenigerode ist ein historisches Zentrum der evangelischen Blindenarbeit in Deutschland. Seit Jahrzehnten bietet das »Helmut-Kreutz-Haus« Blinden, Sehbehinderten und ihren Begleitungen Raum für Erholung, Ausflüge und gemeinsames Lernen.

Besuch im »Helmut-Kreutzer-Haus« in Wenigerode

»Wir haben in Wernigerode den Balkon mit dem besten Ausblick«, meint Diakonin Christine Oppermann-Zapf. Sie sagt das, obwohl die meisten Gäste im »Helmut-Kreutz-Haus« das Schloss auf dem Agnesberg nicht oder nur schwer sehen können, weil sie blind oder stark sehbehindert sind. »Anschauen, das ist für sie eine andere, aber eine vertraute Wahrnehmung«, erläutert sie.

Die resolute Frau steht dem einzigen evangelischen Haus seiner Art in Deutschland vor. »Wir sind ein Gästehaus, haben keine dauerhaften Bewohner. Und man kann hierher kommen, auch wenn man gucken kann. Um das Leben in unserem Haus aufrecht zu erhalten, sind wir auf Spenden und Zuschüsse angewiesen.«

Das Haus wurde um 1870 im Stil eines Landhauses erbaut, der Namenspatron Helmut Kreutz war ein Industrieller, der viel für diese einmalige Einrichtung gespendet hat. 70 Prozent der Gäste sind blind, sehbehindert, hörsehbehindert, taubblind oder haben andere Handicaps. Ludw...


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