Erdogan entschuldigt sich für Massaker 1937/38

Türkischer Regierungschef zielt jedoch vor allem auf die Oppositionspartei CHP

  • Von Jan Keetman, Istanbul
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Erstmals hat sich ein türkischer Ministerpräsident für ein Massaker an Kurden entschuldigt. Am Mittwoch legte Recep Tayyip Erdogan Dokumente vor, die bestätigen, dass die Regierung 1937-38 von Massakern der Armee in Dersim wusste.

»Wenn es nötig ist, wenn es das in der Literatur gibt, dass der Staat sich entschuldigt, so entschuldige ich mich«, sagte Erdogan am Mittwoch vor Mitgliedern seiner religiös-konservativen Partei AKP in Ankara. Es handle sich um »eines der tragischsten und schmerzhaftesten Ereignisse unserer neueren Geschichte«.

Im Rahmen der Türkisierungspolitik Kemal Atatürks hatte die damalige Provinz Dersim im Osten der Türkei, bewohnt von alewitischen Kurden, Ende der 30er Jahre per Gesetz den türkischen Namen Tunceli erhalten. Ein angeblicher Aufstand der Kurden, vermutlich vom Militär provoziert, lieferte den Vorwand für Luft- und Bodenangriffe, massenhafte Exekutionen und die Deportation der Überlebenden. In einem von Erdogan vorgelegten Dokument aus dem Jahre 1939 wird die Zahl der Getöteten mit 13 800 angegeben. Andere Quellen sprechen von Zehntausenden Toten.

Erdogan dient die Entschuldigung allerdings weniger dazu, d...

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