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Alles fließt

Sachsen-Anhalt beugt Hochwasser vor

Das Land hat jetzt erstmals alle Flussläufe erfasst, für die ein Hochwasserrisiko besteht. Die Analyse soll Grundlage für den Hochwasserschutz sein - und der Bevölkerung Orientierung bieten.

Magdeburg (dpa/nd). In Sachsen-Anhalt sind 1865 Kilometer der Flussläufe von Hochwasser bedroht. Das geht aus einer Analyse des Landesbetriebs Hochwasserschutz hervor, die Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) in der vergangenen Woche in Magdeburg vorgestellt hat. Darin sind erstmals alle Flussstrecken des Landes erfasst, bei denen es in den vergangenen 100 Jahren zu erheblichen Hochwassern gekommen ist. Von insgesamt 23 000 Kilometern Gewässerstrecke im Land sind das acht Prozent. Betroffen sind nach Angaben von Aeikens 67 Gewässer - die überwiegende Zahl der Gewässer im Land.

Der größte Teil entfalle auf die Elbe und ihre Nebenflüsse mit 1794 Kilometern, sagte Aeikens. Dazu zählen etwa die Saale, die Mulde, die Havel und die Schwarze Elster. Die restlichen 71 Kilometer entfielen auf das Einzugsgebiet der Weser. Der Fluss fließt zwar nicht selbst durch Sachsen-Anhalt. Ein Nebenfluss, die Aller, jedoch schon.

Mit der Übersicht komme Sachsen-Anhalt einer EU-Richtlinie von 2007 nach. Sie schreibt allen Mitgliedsstaaten vor, Hochwasserrisiken zu ermitteln und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Als nächsten Schritt müssen die Länder bis 2013 »Hochwasserrisikokarten« erstellen, bis 2015 dann Pläne, wie sie den Schutz vor Hochwasser verbessern wollen.

Dazu zählen Aeikens zufolge etwa der Bau und die Instandhaltung von Hochwasserschutzanlagen, die Festsetzung von Überschwemmungsgebieten und die Schaffung von »Hochwasserrückhalteräumen«. Bisher gebe es in Sachsen-Anhalt 1414 Quadratkilometer Überschwemmungsgebiete. Das sind 6,8 Prozent der Landesfläche.

Aeikens betonte die Eigenverantwortung der betroffenen Kommunen und Bürger. Sie sollten die Hochwasserrisikokarten - die das Ministerium ins Internet stellen will - als Orientierung nehmen. Etwa bei der Erstellung von Bauplänen oder dem Abschluss möglicher Versicherungsoptionen.

»Wenn sie es mit Naturereignissen zu tun haben, dann können wir den Menschen nicht versprechen, dass das Risiko gegen Null tendiert«, sagte Aeikens. »Wir wollen das Risiko minimieren, das ist das Ziel.« Bei der neuen Bewertung habe die mögliche Gefährdung von Menschen an erster Stelle gestanden. Auch die Bedrohung für Wirtschaft, Umwelt und Kulturgüter habe eine Rolle gespielt.

In den Hochwasserschutz des Landes seien, so Aeikens, seit dem Jahrhunderthochwasser im Sommer 2002 rund 470 Millionen Euro geflossen. Damit seien 508 Kilometer Deiche sowie andere Anlagen saniert worden. 50 Prozent der Deiche im Land entsprächen derzeit den Anforderungen für den Hochwasserschutz. Bis 2020 will das Land weitere 600 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investieren.

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