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Repräsentativ: Schlösser in Mecklenburg

Dass es in Mecklenburg viele Schlösser und Herrenhäuser gibt, ist bekannt. Dennoch überrascht, die Zahl jener vorbildlich sanierten und öffentlich oder privat genutzten Repräsentationsbauten, die Wolf Karge hier vorstellt. Von den ehemals 2200 Anlagen, so ist im Vorwort zu lesen, seien noch 1500 erhalten, etwa 1000 stehen unter Denkmalschutz. Gut 75 Prozent davon sind inzwischen rekonstruiert. Dieser Reichtum an Herrschaftsarchitektur ist zweifelsohne einzigartig in Deutschland. Aufgrund dieser Fülle hat sich der Autor auf die »schönsten und am besten sanierten Häuser« konzentriert. 152 Bauwerke werden in kurzen Artikeln vorgestellt und mindestens mit einem Farbfoto illustriert.

Die ältesten und nicht selten überbauten Architekturen gehen zurück in das 16. Jahrhundert. Das Gros der Schlösser und Herrenhäuser stammt aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Was aber ein Schloss, was ein Herren- oder Gutshaus ist, entzieht sich einer eindeutigen wissenschaftlichen Definition und folgt heute eher Marketingstrategien. Auf jeden Fall ist die exorbitant große Anzahl derartiger Repräsentationsbauten eine Folge der Agrikultur, die seit dem 18. Jahrhundert viele adlige Familien in Mecklenburg zu Vermögen kommen ließ.

Es ist hier nicht möglich, auch nur auf die wichtigsten einzugehen. Wenn man schon das Glück hat, so viele Schlosshotels auf engem Raum vorzufinden, dann sollte, wer künftig an die Ostsee fährt, eine Nacht in einer der noblen Herbergen verbringen, die in allen Teilen Mecklenburgs und natürlich auch in allen Preiskategorien auf Besucher warten.

Das einzige Objekt, das mit dem Hinweis »ungenutzt« ausgewiesen ist, ist das Renaissance-Schloss in Gadebusch. Was andernorts gelang, sollte auch hier möglich sein: Dass diese vorzügliche Architektur des späten 16. Jahrhunderts gerettet und einer dauerhaften Nutzung zugeführt werden mag. Es muss ja nicht gleich ein Radisson-SAS-Luxushotel sein, das den Gast im einstigen Schloss der Familie von Blücher in Göhren-Lebbin bei Malchow erwartet.

Im Anhang sind neben den Anschriften der im Buch aufgeführten Bauwerke auch die Biografien wichtiger Vertreter der Schloss- und Herrenhausarchitektur in Mecklenburg zu finden. So auch die des maßgeblichen mecklenburgischen Architekten im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts: Paul Korff, der 1875 in Laage geboren wurde und sich im Frühjahr 1945 gemeinsam mit seiner Frau aus Furcht vor der anrückenden Roten Armee das Leben nahm.

Wolf Karge: Schlösser und Herrenhäuser in Mecklenburg. Hinstorff-Verlag. 263 S., geb., 24,95 €.

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