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Eisbären und Exzesse

Bis 4. Dezember weht das Festival »Nordwind« über mehrere Spielstätten

  • Von Volkmar Draeger
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Szene aus Kristian Smeds‘ »12Karamazovs«

Von der Tribüne herunter blickt man auf eine vereiste Fassade aus rotem Backstein. Rot sind auch die türmenden Eisschollen davor, blutig rot. Links weidet ein Eisbär einen Toten aus, rechts sitzt in engem Zimmer eine heruntergekommene Gestalt in Slip und Bademantel, mit Maske und Perücke. Nichts Menschliches hat sie mehr, diese Gunhild Borkman. Maskierte Soldaten in schwarzer Nazi-Kluft trappeln im Gleichschritt vorüber, die Uhr hoch oben zeigt 23:59 an. Eckig wie eine Marionette bewegt sich Borkman, schreit mit elektronisch verzerrter Stimme immer die gleichen Sätze: dass sie nur Geld verloren habe und sich nicht geschlagen gebe. Später hockt sie frierend in einer Ecke, die Zivilisation ist da so fern wie die Arien, die man leise hört. Wild springt sie zuvor den Eisbär an, wälzt sich mit ihm, ehe sie ihn totprügelt. Exzesse von Gewalt gab es schon vorher, wie die menschlichen Teile, Arme, Füße, Beinstümpfe, ausweisen.

Aus dem Bod...


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