Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Wie funktioniert der beschlossene »Abzocke«-Stopp bei Warteschleifen?

Fragen & Antworten

Sie kosten den Kunden täglich viel Zeit und Geld: die Warteschleifen bei Firmen-Hotlines. Um das ärgerliche Abkassieren einzudämmen, sollen ab 1. Januar 2012 strengere Regeln gelten.

Servicenummern, die viele Unternehmen für Ticketbuchungen oder Auskünfte bei Technikproblemen anbieten, können für Kunden zur Geduldsprobe werden. Denn häufig hören Anrufer minutenlang nur muntere Melodien, bis sich endlich ein Berater meldet. Nun hat der Bundestag Ende Oktober schärfere Regeln beschlossen, die einer »Abzocke« mit Warteschleifen einen Riegel vorschieben sollen.

Wie teuer sind Warteschleifen bei Servicenummern?

Viele Nummern von Unternehmen oder Behörden sind inzwischen gratis, meist erkennbar an der 0800-Vorwahl. Daneben gibt es 0180-Nummern, die bis zu 14 Cent pro Minute kosten und bis zu 42 Cent vom Handy. Eine Studie ergab durchschnittliche Kosten von drei Euro für Warteschleifen.

Was soll sich bei Warteschleifen ändern?

Eine Warteschleife ist keine Leistung und darf eigentlich auch nichts kosten. Erlaubt sein sollen Warteschleifen künftig überhaupt nur noch unter bestimmten Bedingungen: bei kostenlosen Servicenummern, wenn die angerufene Firma die Kosten für die Wartezeit trägt oder wenn für den gesamten Anruf ein Festpreis gilt. Der Kunde am Hörer muss fortan auch gleich zu Beginn informiert werden, wie lange die Warteschleife dauern wird.

Werden also alle Warteschleifen kostenlos?

Erlaubt bleiben kostenpflichtige Warteschlangen, wenn die Firmen-Hotline keine spezielle Nummer wie eine 0900-Vorwahl hat, sondern eine übliche Ortsvorwahl wie 030 für Berlin. Die Bundesregierung argumentiert, dies sei »keine unzumutbare Belastung«, da mehr und mehr Verbraucher pauschale Flatrate-Tarife hätten. Dabei sind Anrufe zu normalen Festnetznummern inklusive.

Wann kommt die Kostenkontrolle für Warteschleifen?

Um den Anbietern Zeit für komplizierte technische Umstellungen zu geben, sind Übergangsfristen vorgesehen. Greifen sollen die strengen Regeln deshalb erst ein Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes, dem noch der Bundesrat zustimmen muss. Für das erste Jahr gilt vorerst, dass Warteschleifen zwei Minuten lang umsonst sein müssen, danach kann es wieder etwas kosten. Das Pro-blem: Firmen könnten Warteschleifen verlängern, wenn erst ab der dritten Minute Geld ohne Leistung zu verdienen ist.

Was soll sich für Verbraucher noch verbessern?

Verbraucherfreundlichere Vorgaben sind auch dafür geplant, wenn Kunden umziehen oder den Anbieter wechseln. Wer sich einen neuen Festnetzbetreiber aussucht, soll künftig nur noch höchstens einen Tag einen »tote« Leitung haben. Dauert die Umstellung länger, bleibt der alte Anbieter in der Pflicht. Ist eine Leistung wie extraschnelles Internet in der neuen Wohnung gar nicht verfügbar, sollen Kunden aus länger laufenden Verträgen herauskommen können. Handynummern sollen bei Vertragswechseln einfach mitzunehmen sein.

Was sagen die Anbieter?

Bei den Anbietern stoßen die Neuregelungen teils auf Bedenken, weil für die Warteschleifen-Umstellungen vermutlich Millioneninvestitionen nötig sein werden. Auch die Ein-Tages-Frist beim Festnetzwechsel könne schwierig werden. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln