Vom Träumen, vom Kämpfen

Eine Erinnerung: Friedrich Schorlemmer

• Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen. Wir trennen es von uns ab und stellen uns fremd. (»Kindheitsmuster«) • Einen Helden kann ich nicht lieben. (»Kassandra«) • Eines Tages, dachte ich, werde ich sprechen können, ganz leicht und frei. Es ist noch zu früh, aber ist es nicht immer zu früh. Sollte ich mich nicht einfach hinsetzen an diesen Tisch, unter diese Lampe, das Papier zurechtrücken, den Stift nehmen und anfangen. Was bleibt. (»Was bleibt«)

Prosa baut tödliche Vereinfachungen ab ... Sie hält die Erinnerung an eine Zukunft in uns wach, von der wir uns bei Strafe unseres Untergangs nicht lossagen dürfen. Sie unterstützt das Subjektwerden des Menschen. Sie ist revolutionär und realistisch: sie verführt und ermutigt zu Unmöglichem.«

Dies schrieb Christa Wolf im Schicksalsjahr für die demokratische sozialistische Hoffnung im Jahre 1968. Wo las man solches in diesem Jahr anderswo in diesem Lande?

Was haben Sie sich zugemutet, geblieben in einer Partei, die genau solches Subjektwerden erfolgreich verhindert hat und nicht nur unser Land, sondern die dieser Gesellschaft »offiziell« zugrundeliegende Idee ruinierte?

Doch nur wer einmal Großem sich verpflichtet fühlte und glaubte, Größeres sei in absehbarer Zukunft trotz allem zu erreichen, nachdem er das Abgründigste deutscher Geschichte schlechthin hinter sich hatte, und nun fühlte, ...

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