Werbung

Überwachungswaffen offen gelegt

Softwarefirmen halfen Staaten bei Internet- und Handyüberwachung

Echt jetzt? Ihr wollt Geld von mir?

Ja, herrgottnochmal, es kostet!

Auch, wenn's nervt – wir müssen die laufenden Kosten für Recherche und Produktion decken.

Also, mach mit! Mit einem freiwilligen regelmäßigen Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte Dokumente über die »globale Überwachungsindustrie«.

Angekündigt war eine Kritik am Stand der Internet-Sicherheit sowie die Veröffentlichung eines neuen Internet-Briefkastens, über den es möglich sein soll, der Enthüllungsplattform Wikileaks (WL) brisante Dokumente zukommen zu lassen (siehe »nd« vom 26.11.). Doch die ursprünglich für Montag angesetzte Pressekonferenz, die nun gestern in London stattfand und über das Internet verfolgt werden konnte, diente einer Riesenenthüllung. WL hat es wieder geschafft, Regierungen in aller Welt schlecht aussehen zu lassen.

Dieses Mal sind auch Unternehmen im Fokus der Kritik. 160 von ihnen aus 25 Ländern finden seit gestern eigene Produktpräsentationen bei WL, insgesamt sollen es 287 Dokumente sein. Darin werde anschaulich, so WL, wie weit die Überwachung der Bevölkerung schon gediehen ist. Jegliche telefonische Kommunikation, E-Mails und Facebook-Kontakte könnten nicht nur abgehört, beziehungsweise eingesehen werden, sondern die ungeheuren Daten würden auch auf immer effektivere Weise ausgewertet.

Dem IT-Informationsportal The Register zufolge stammen die veröffentlichten Dokumente von der britischen Organisation Privacy International. Die soll es geschafft haben, sich in Messen für Sicherheitstechnik einzuschleusen und dort nicht nur gesehen haben, wie staatliche Bedienstete aus aller Welt Schlange standen, sondern auch die vielen Produktinformationen erhalten haben.

Der springende Punkt dabei: Viele, womöglich die meisten Applikationen und Verkäufe sind legal - aber das schiere Ausmaß der gesammelten Daten macht vielen Angst. »Es sind Systeme, wie sie die Stasi immer haben wollte«, befand der Hacker Jacob Appelbaum auf der Pressekonferenz. Noch brisanter ist dabei, dass die Regimes etwa von Syrien, Tunesien, Ägypten und Libyen seit Jahren mit Überwachungssoftware beliefert worden sein sollen. So habe die französische Firma Amesys 2006 Software an Libyen geliefert, die in Frankreich verboten gewesen wäre. Es gebe weltweit kein Gesetz, das so etwas verhindere, so das Podium. Es konterte die Kritik, dass die Enthüllungen nichts grundsätzlich neues brächten, mit dem Hinweis auf die nun zugängliche Detailfülle.

www.wikileaks.org/the-spyfiles.html

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Schenken Sie schon, oder rätseln Sie noch?

Verschenken Sie das »nd«

Klare Worte, Kritische Debatten und mutiger Journalismus von Links: Das »nd« wird Sie bewegen.

Jetzt verschenken oder sich selbst beschenken