Das Terrornetz von Michael Kühnen kannte kein Erbarmen

Bombenattentate, Brandanschläge und immer wieder auch Mord

  • Von Carsten Hübner
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die Morde und Überfälle des »Nationalsozialistischen Untergrunds« gelten weithin als neue Qualität rechter Gewalt. Doch Rechtsterrorismus ist in Deutschland kein neues Phänomen. »nd« zeichnet in einer Serie die Spuren nach, die in die Morde des »Zwickauer Trios« mündeten.

Mitte der 70er Jahre verschärfen sich die Aktivitäten neonazistischer Terrorgruppen. Am 2. September 1977 explodiert eine Rohrbombe vor der Staatsanwaltschaft Flensburg. Am 21. Oktober 1977 ist das Amtsgericht Hannover Ziel eines Sprengstoffanschlages. Hintergrund sind Strafverfahren gegen prominente rechte Aktivisten, darunter der spätere Rechtsterrorist Manfred Roeder.

Verantwortlich für die Taten zeichnet eine »Gruppe Otte« aus dem Umfeld der verbotenen NSDAP/AO. Namensgeber ist ihr Gründer, der Braunschweiger Maschinenschlosser Paul Otte. Die Gruppe fliegt auf, als am 30. November 1977 eine weitere Rohrbombe entdeckt wird. Sie sollte vor einer Synagoge in Hannover gezündet werden. Gegen Otte, einen Vertrauten des Neonaziführers Michael Kühnen, verhängt das Oberlandesgericht Celle im Februar 1981 fünfeinhalb Jahre Gefängnis. Vier weitere Mitstreiter erhalten mehrjährige Freiheitsstrafen.

Als das Urteil in Sachen Otte gesproch...

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