Werbung

Schließung von Asylbewerberheim gefordert

Unterbringung im Mecklenburger Niemandsland soll beendet werden

Schwerin (epd/nd). Mehrere Vereine und Initiativen haben die schnellstmögliche Schließung des Asylbewerberheims in Jürgentorf (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) gefordert. In einem am Donnerstag in Schwerin verbreiteten Offenen Brief an Innenminister Lorenz Caffier und Landrat Heiko Kärger (beide CDU) fordern sie die Schaffung neuer Unterbringungsmöglichkeiten in größeren Kommunen sowie die Bereitstellung von Wohnungen für die Flüchtlinge.

Verbesserungen im Jürgenstorfer Heim wie etwa Deutschkurse, Küchenausstattung und Sanierung änderten nichts an der Lage fünf Kilometer von Stavenhagen entfernt und den damit verbundenen Folgen für Gesundheit und Integration der betroffenen Asylbewerber. Jürgenstorf sei das letzte der zehn kommunalen Asylbewerberheime in Mecklenburg-Vorpommern, das sich nicht in einer Stadt befindet. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern, das Kreisdiakonische Werk Greifswald/Ostvorpommern, die ver.di-Jugend Schwerin und das Netzwerk für Demokratie und Courage Mecklenburg-Vorpommern.

In dem Offenen Brief wird unter anderem aufgeführt, dass Behörden, Ärzte, Rechtsanwälte, Supermärkte und kulturelle Angebote nur mit großen finanziellen und zeitlichen Anstrengungen erreichbar seien. Die isolierte Lage in dem 1000 Einwohner zählenden Dorf verstärke die mit Sammelunterkünften verbundenen Problemen wie jahrelanges Wohnen in Mehrbettzimmern mit Gemeinschaftsküchen und -duschen, Lärmbelästigung und fehlender Privatsphäre.

Traumatisierte Flüchtlinge und Kinder litten unter der »bedrückenden Enge«. »Die Ausgrenzung und Perspektivlosigkeit, die die Menschen durch die Unterbringung in Jürgenstorf erfahren, verursache häufig körperliche und psychische Erkrankungen.« Seit einem Offenen Brief von Bewohnern des Heimes Ende September gab es mehrfache Proteste gegen die Unterbringung, darunter auch vom ehemaligen Landtagspräsidenten Hinrich Kuessner (SPD).

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!