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Wunder oder Wettbetrug

Champions League: Basel wirft ManU raus / Amsterdam wittert Schiebung

  • Von Thomas Prüfer und Carsten Germann, dpa
  • Lesedauer: 3 Min.
Basel feiert: Marco Streller (u.) und Alexander Frei.
Basel feiert: Marco Streller (u.) und Alexander Frei.

Europas Fußballfans reiben sich nach diesem denkwürdigen Abend die Augen. Der kleine FC Basel düpierte beim 2:1-Coup den Giganten Manchester United, der nach 1994 und 2005 sein drittes Vorrundenaus erlitt. Das Waterloo im Fußball-Mutterland machten Manchester Citys »Millionarios« perfekt, die trotz des 2:0 über Bayern München ebenfalls in die Europa League absteigen müssen.

»Wir haben ein Wunder vollbracht«, konnte dagegen der ehemalige Bundesliga-Profi Alexander Frei frohlocken, der mit dem 2:0 die Entscheidung für seine Baseler herbeiführte. Bei ManU, das schon im Hinspiel gegen die damals noch vom heutigen Hamburger Trainer Thorsten Fink (»Ich habe natürlich mitgefiebert und mich sehr gefreut«) betreuten Schweizer nur ein glückliches 3:3 erreicht hatte, leckt man nun die Wunden. Verteidiger Patrice Evra sagte selbstkritisch: »Das war eine Katastrophe. Wir sind sehr traurig über das Ergebnis, aber wir müssen leider zugeben, dass unser Ausscheiden verdient ist.«

Da der SSC Neapel einen 2:0-Pflichtsieg beim FC Villarreal holte, war die »schwarze Nacht von Manchester« perfekt. Denn das eigene 2:0 des vor der Saison erneut mit Investitionen von rund 100 Millionen Euro aufgerüsteten Scheich-Klubs City gegen Münchens B-Elf war für die Königsklasse zu wenig. »Mir tut es leid für den Klub und für die Fans, die die Champions League verdient gehabt hätten«, klagte City-Coach Roberto Mancini.

Allerdings war nicht nur das sportliche Ausscheiden der beiden führenden Teams in der englischen Premier League Thema des Abends. Während Real Madrid - auch dank fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen - mit dem 3:0 bei Ajax Amsterdam die Spitzenbilanz in der Champions League (6 Siege, 19:2 Tore) perfekt machte, wittert man beim Gegner Betrug: Denn durch das fragwürdige 7:1 bei Dinamo Zagreb konnte Olympique Lyon dank der besseren Tordifferenz Ajax noch abfangen.

Zwar fand Kroatiens Meister in Trainer Krunoslav Jurcic ein Bauernopfer und gab gestern die sofortige Trennung bekannt, dennoch fragte nicht nur das niederländische Onlineportal von RTL Nieuws unverhohlen: »Glück? Gut gespielt oder Bestechung?« Auch andere Medien kommentierten in diese Richtung.

Großen Anteil an Lyons erfolgreicher Aufholjagd hatte Bafetimbi Gomis: Ihm allein gelangen vier Tore. Dass sich Zagreb nach dem Pausen-1:1 dem Schicksal ergab und sechs Tore zuließ, sorgte in den Niederlanden für Empörung, zumal in Internetforen plötzlich Fotos eines Zagreb-Spielers vor einem Wettbüro auftauchten. Während der Europäischen Fußball-Union zunächst keine Erkenntnisse für Mauscheleien vorlagen, kündigte Ajax Amsterdam eine Stellungnahme an.

Dass beim 0:3 von Amsterdam der portugiesische Referee Manuel Jorge de Sousa, Landsmann von Real Madrids Trainer José Mourinho, zwei legale Tore von Ajax nicht anerkannte, machte den faden Beigeschmack zum Abschluss der Vorrunde komplett.

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