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Buchladen ist aus dem Gröbsten raus

Spitze der LINKEN will Literaturgeschäft ins Konzept der Geschäftsstelle übernehmen

Buchladen ist aus dem Gröbsten raus

Der Kleine Buchladen in der Weydingerstraße am Rosa-Luxemburg-Platz scheint gerettet. Dem Geschäft im Karl-Liebknecht-Haus, Bundesgeschäftsstelle der LINKEN, drohte die Pleite. Diese scheint nun vorerst abgewendet; Geschäftsführerin Birgit Hoffmann ist die Erleichterung anzumerken. Zum Jahresende, so hatte sie gegenüber »nd« noch im August berichtet, werde man schließen.

Die Kosten für den Unterhalt waren ihr über den Kopf gewachsen, trotz aller Selbstbeschränkungen. Und die Partei, der sich Hoffmann und ihre beiden Mitarbeiter über mehr als 20 Jahre hinweg verbunden fühlten und die sie nicht nur mit ihrem politischen Literaturangebot im Haus, sondern auch auf Parteitagen und vielen anderen Veranstaltungen begleitet hatten, schien dem Niedergang ungerührt zuzuschauen.

Die ökonomische Lage der Kleinen Buchläden hatte sich stetig verschlechtert, von ursprünglich bundesweit sieben gibt es außer dem Geschäft in der Weydingerstraße inzwischen nur noch ein weiteres in Marzahn. Obwohl seit Monaten nur noch die Betriebskosten zu zahlen waren, vermerkte die Betreibergesellschaft des Hauses, die Vulkan GmbH, zuletzt einen Mietrückstand von 14 000 Euro, eine Besserung der Lage war nicht in Sicht. Der Mietvertrag sollte nicht verlängert werden, so entschloss sich Birgit Hoffmann selbst zur Kündigung.

Nun plötzlich Licht am Horizont, auch wenn die Umstände, die in die Bredouille geführt haben, dieselben sind wie vor einigen Monaten. Der Rückgang der Umsätze war der fehlenden Laufkundschaft und einer sinkenden Zahl von Stammkunden geschuldet. Doch immerhin: Die Parteiführung - aufgerüttelt auch durch einen alarmierenden Offenen Brief von Jan Korte und Hans Modrow, dem sich viele Genossen von Rang und Namen und ungeachtet ihrer Zugehörigkeit zu oft unvereinbar wirkenden Zusammenhängen und Strömungen angeschlossen hatten - ist gewillt, den Buchladen ins Raumkonzept für das Haus aufzunehmen, das mit dem Betreiber vereinbart wird. Die Mietkosten würden übernommen, bestätigt Bundesgeschäftsführerin Caren Lay, über die Frage der Betriebskosten scheint noch Gesprächsbedarf zu bestehen. Lay ist überzeugt, dass der Parteivorstand dem Vorschlag der engeren Führung zur Rettung des Buchladens folgen wird, in einem Brief hatte sie sich ihrerseits auch an die Bundestagsabgeordneten der Partei gewandt und um Unterstützung geworben. »Die Schließung des Kleinen Buchladens würde einen erheblichen kulturellen Verlust für das Karl-Liebknecht-Haus bedeuten«, hieß es darin.

Aus dem Bundestag seien zuletzt mehr Bestellungen gekommen, sagt Birgit Hoffmann. Die Umsätze sanken nicht weiter, für sie stellt dies bereits eine Stabilisierung der Lage dar. Beinahe überschwänglich spricht sie von der Solidarität, die dem Laden entgegengebracht wurde und wird, von Jan Korte etwa, der schon Ideen hat, wie Schulden abgetragen werden könnten. Partnerverlage wie Dietz und Eulenspiegel bieten Rabatte, die Luxemburg-Stiftung deutete Unterstützung an. Veranstaltungen gibt es auch mit neues deutschland, so am Montag, 19.30 Uhr, bei einem »ND im Club« im KL-Haus.

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