Christa Wolf: Geleitet von viel Liebe

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.

Friedhof und Vorwinter. Kälte zu Kälte. Abweisende Paarschaft. Aber ein strahlender Tag wäre noch bitterer.

Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte wird an diesem Dezemberdienstag Christa Wolf beigesetzt. Überfüllt die Kapelle, überfüllt der Vorplatz. Lautsprecher übertragen letzte, gute Worte. Ans Leben gerichtet und gesprochen wegen des Lebens - das in so einer Stunde seine verfluchteste Angreifbarkeit verrät.

Corinna Harfouch spricht Paul Fleming. Dann redet sich Volker Braun um jede falsche Gefasstheit. »Nie hat so viel Liebe eine Tote zum Grab geleitet«, wird er sagen, und solch Besetztsein von Gefühl geht nicht reibungslos über Lippen, die jetzt und hier verurteilt sind zum Wort.

Da spricht ein Gleichbesinnter, wie Christa Wolf: nicht unverzagt, aber ebenfalls unbestochen im schärfstmöglichen Blick auf Verluste. Er spricht von Wolfs Kraft, »sich selber zu fragen«, sie ging an die Grenze, wo man sich selber ...


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