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SAP investiert in Jobüberwachung

Softwareriese kauft IT-Kometen

  • Von Andreas Knudsen
  • Lesedauer: 2 Min.
Kaum ein Großunternehmen, das die Software von SAP nicht nutzt für seine geschäftlichen Transaktionen, Lagerverwaltung und Logistik. Die Cloud-Entwicklung hat der Konzern jedoch verschlafen. Hier will SAP jetzt nachholen.

Um der eigenen hinkenden Entwicklung nachzuhelfen, will SAP tief in die Tasche greifen und für rund 2,5 Milliarden Euro die kalifornische Firma Successfactors kaufen. Das Unternehmen ist zehn Jahre alt und wurde vom Dänen Lars Dalgaard gegründet. Im Gefolge der geplatzten New-Economy-Blase kaufte er damals die Reste eines in Konkurs gegangenen Unternehmens, das an einer Mitarbeiter-Software arbeitete.

Das internetbasierte Konzept wurde zu dem Zeitpunkt als unrealistisch angesehen. Nach zähem Start gelang es Dalgaard zu überzeugen. Heute hat das Unternehmen 3500 Kunden in 168 Ländern. »Mit dem Einstieg von SAP wird die Entwicklung um zehn Jahre beschleunigt und wir können unsere Software 170 000 Kunden mit zusammen 500 Millionen Mitarbeitern anbieten«, so Dalgaard. Die Übernahme ist an die Zustimmung der Vorstände beider Unternehmen sowie der Wettbewerbsbehörden geknüpft, was aber als Formsache angesehen wird. Vollzogen werden soll sie im ersten Quartal 2012. Rund eine Milliarde Euro wird SAP aus Eigenkapital aufbringen, während der Rest kreditfinanziert wird.

Die Software misst die individuelle Leistung der Mitarbeiter eines Unternehmens. Damit wird ein ständiger Vergleich geführt, ob und in welchem Umfang Beschäftigte zur Erfüllung der übergeordneten Unternehmensziele beitragen. Das beuge Neid und Gerüchten vor, meint Dalgaard: »Während meiner Karriere bei Unilever und Novartis habe ich die Kälte in solchen Firmen erlebt und welche Folgen Intrigen haben.« Allerdings wäre es überraschend, wenn Chefs nicht auch eigene Schlussfolgerungen aus den Daten ziehen.

Nach der Übernahme wird Lars Dalgaard eine Schlüsselposition bei SAP einnehmen, um die Cloud-Technologie (die Nutzung externer Rechnernetzwerke durch ein Unternehmen) weiterzutreiben, sowie einen Sitz im Vorstand bekommen. Ungeachtet des zu erwartenden Honorars sichert ihm der Verkauf einen persönlichen Gewinn von mehreren Hundert Millionen Euro. Wie viel genau, ist nicht bekannt, da es widersprüchliche Angaben zu Dalgaards privatem Aktienanteil gibt.

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